Einen brillianten Einblick (und auch Einstieg) in die Welt der Haydn-Oratorien findet man mit "Il ritorno di Tibia". Spannende sinfonische Passagen wechseln sich mit für die Ausführenden extrem anspruchsvollen Arien ab. Das Orchester untermalt die Rezitative emotional. Ironischerweise wird dieses sehr schön anzuhörende Oratorium, das Haydn bei der Uraufführung 1775 großen Erfolg bescherte, dem Publikum heute praktisch nie geboten.Diese Aufnahme mit Andreas Spering, der Capella Augustina und sehr guten Solistenleistungen (Roberta Invernizzi, Sopran, Sophie Karthäuser, Sopran, Ann Hallenberg, Alt, etc.) ist unglaublich gut, aufgerauht, teils bis zur Atemlosigkeit spannend und am Ende besser als die immerhin gut anhörbare Einspielung von Szekeres (Hungaroton).Der wirklich einzige Abstrich: Es fehlt eine deutsche oder engl. Übersetzung des wiedergegebenen italienischen Librettos.