Tischtschenko ist ein weiteres Beispiel für einen zeitgenössischen Komponisten, der sich einen festen Platz in Konzertsälen und CD-Regalen sichern könnte, wenn er nur eine Chance bekäme ...Die originelle Sinfonie Nr. 7 aus dem Jahr 1994 könnte man als postmodern einordnen: Sie führt teilweise die Linie Schostakowitschs fort (dessen Schüler Tischtschenko war)und reichert sie mit vielfältigen neuen Elementen an. Die Stilmittel reichen von romantischer Melodik über sowjetischen Jazz bis zum fröhlich-ironischen Marsch im Finale, der fast an ein Kinderlied erinnert - dass die Sinfonie großes Ohrwurmpotential hat, ist also keine Überraschung, auch in Anbetracht der pikanten Instrumentierung. Tischtschenko schafft es, diese spritzige Mischung in eine sinnvolle Gesamtanlage einzubinden; auch sind in den fünf Sätzen noch traditionelle Satztypen erkennbar.Die Moskauer Philharmoniker unter Yablonsky spielen mit ordentlich Biss, was der Musik sehr gut bekommt. Auf CD ist derzeit leider nicht viel von Tischtschenko erhältlich, und manche dieser vor allem russischen Aufnahmen leiden unter der dürftigen Tonqualität, auf dieser CD ist sie glücklicherweise tadellos.Aufgrund alldessen kann ich diese Aufnahme nur wärmstens empfehlen; sie dürfte zum besten zählen, was derzeit an Tischtschenko-Aufnahmen erhältlich ist und ist auch sehr gut zum Kennenlernen seiner Musik geeignet.