★★★★★
k.A.
21.07.2026
ean-shopping.de
Ich bin absolut begeistert von dieser CD mit Der Rosenkavalier von Kleiber Reining Jurinac Weber; die Musik ist wunderschön und die Aufnahme hervorragend produziert.
Es gibt unendlich viele Aufnahmen des Rosenkavalier, aber eigentlich nur zwei "klassische" Referenz-Einspielungen: Auf der einen Seite die schwärmerische, süffige Karajan-Aufnahme mit einer sagenhaften Schwarzkopf als Marschallin und einer sehr charmanten Christa Ludwig in ihrer ersten großen Aufnahme, auf der anderen Seite diese klassische Wiener Einspielung.Der erste große Vorteil dieser Aufnahme ist das Orchester: Die Wiener Philharmoniker spielen unter der strengen und temperamentvollen Leitung von Altmeister Erich Kleiber brillanter, flexibler und transparenter als das Philharmonia Orchestra unter Karajan. Selten hat man schon die Einleitung so überschwänglich, den Übergang in die eigentliche Handlung so frisch erlebt.Dazu tut die Tontechnik den Sängern zusätzlich den Gefallen, sie nicht zuzudecken, was bei Karajan immer wieder passiert. So ist die erste Voraussetzung dafür gegeben, dass man hier einmal wirklich jedes Wort versteht - eine wohltuende Ausnahme.Kleiber nimmt der Oper das Süßliche, betont das Konversationsstück. Dazu passen auch die Sänger: Weniger raffiniert, dafür aber auch weniger parfümiert als bei der Konkurrenz:Sena Jurinac war der beste Octavian (nicht nur) der fünfziger Jahre. Sie ist als schwärmerischer Jüngling in jeder Minute glaubhaft, hat dazu eine der schönsten, wärmsten Stimmen, die ich überhaupt kenne.Hilde Güden singt die Sophie nicht als unbedarftes kleines Mädchen, sondern verleiht ihr mit ihrer sehr speziellen Stimme viel Charakter.Ludwig Weber schließlich ist ein sehr wienerischer Ochs, der genügend Humor in die Partie einbringt, ohne sie zur Karikatur zu machen. Zudem ist er in dieser - für ihn recht späten - Einspielung auch stimmlich voll auf der Höhe.Die einzige Einschränkung gilt Maria Reinings Marschallin: Sie war zum Zeitpunkt der Aufnahme 51 Jahre alt, was sich durch einen etwas harten Stimmklang, eine eingeschränkte Geschmeidigkeit der Stimme bemerkbar macht. Während Elisabeth Schwarzkopfs Marschallin sich nur im Vergleich zum Teenager Octavian als "alte Frau" fühlen kann - weil sie vielleicht auf die 40 zugeht -, klingt Reining im Vergleich recht mütterlich und fast gerührt über die Leidenschaft ihres jugendlichen Liebhabers. Auch das überzeugt darstellerisch, ist aber akustisch nicht derselbe Genuss.Großer Luxus am Rande: Der wunderbare Mozart-Sänger Anton Dermota als "Italienischer Sänger", der aus seiner Minirolle eine Hauptpartie macht.Die Zeitschrift FonoForum kommentierte diese Einspielung mit den Worten:"Keine neuere Aufnahme kommt an Kleibers beglückende Deutung heran." Dem ist eigentlich nichts hinzuzufügen.
mitreißendes dirigat, wiener fin de siècle charme u melancholie u ausgelassenheit, - fabelhaft! die Intensität der jurinac in der titelrolle - konkurrenzlos schön. alle anderen rollen auch kongenial besetzt - maria reining als marschallin v.a. noch zu erwähnen als klug entsagende, aber nicht minder hingebungsvolle ein wenig ältere frau. - diese legendäre aufnahme toppt für mich in der tat alle anderen - und zwar vornehmlich wegen des fulminant die partitur ausleuchtenden, ihre farben in allen schattierungen akzentuierenden erich kleiber - die komposition ist hier ständig im fluss, ständig dabei in neuen wandlungen. ein weltereignis!