★★★★★
k.A.
15.06.2026
ean-shopping.de
Dieses CD von La Boheme mit Beecham De Los Angeles Björling ist eine wahre musikalische Reise und ich bin absolut begeistert von der Qualität der Aufnahme. Die Musik ist wunderschön und sehr atmosphärisch.
"Wenn man sich nicht fest in der Gewalt hat, dann wird man allein vom Feuer dieser Musik mitgerissen." So urteilte einst Claude Debussy treffend über diese frühe Meisteroper seines italienischen Kollegen Giacomo Puccini.Besonders mitgerissen wird man von Puccinis Meisterwerk, wenn ein genialer Dirigent am Pult steht und eine hochkarätige Sängerschar zur Verfügung hat. Beides ist hier der Fall. Ohne die großen Aufnahmen von Tullio Serafin (Decca, 1959), Thomas Schippers (EMI, 1962) oder Herbert von Karajan (Decca, 1972) im geringsten herabsetzen zu wollen - sie alle gehören in die erste Reihe - möchte ich doch die hier wieder vorgelegte "La Bohème" unter dem englischen Dirigenten Sir Thomas Beecham (1879-1961) mit besonderem Nachdruck empfehlen, obwohl sie noch nicht von der Stereotechnik partizipieren konnte. Umso mehr gerät man darüber ins Staunen, was der Dirigent an Leuchtkraft und feinen Schattierungen aus der Partitur zutage fördert, zumal ihm Chor und Orchester nicht vertraut waren. Dafür stand ihm ein Sängerensemble der Extraklasse zur Verfügung. Allen voran ist Victoria de los Angeles zu nennen, die mit ihrer wohltönenden Stimme das Schicksal des armen Nähmädchens von ihrem ersten Auftritt bis zur herzbewegenden Sterbeszene im Schlußakt ergreifend nachzeichnet. Ihr zur Seite steht mit Jussi Björling ein Rodolfo mit herrlicher Stimmgebung, ein schlechthin idealer Partner für die zarte, zerbrechliche Mimi, die uns Victoria de los Angeles so eindrucksvoll vor Augen führt. Der amerikanische Bariton Robert Merrill ist ein glanzvoller Marcello, der keine Wünsche offenläßt, und Lucine Amara ist eine schöne Besetzung für die Musetta. Ihr großer Auftritt am Ende des 1. Aktes ist eine Leistung ersten Ranges. Auch die übrigen Partien sind rollendeckend besetzt, wobei Giorgio Tozzi als Colline noch besonders hervorzuheben ist.Beechams Einspielung von 1956 ist jedenfalls ein einziger Glücksfall. Selbst wer die eine oder andere oben genannte Aufnahme schon im Schrank hat, sollte sich diese hier zusätzlich beschaffen. Sie ist klanglich durchaus in Ordnung, obwohl sie noch nicht von der damals neuartigen Stereotechnik profitieren konnte. Doch die Tontechniker haben im Rahmen ihrer Möglichkeiten gute Arbeit geleistet. Das Beiheft ist allerdings nicht sonderlich üppig ausgefallen, was aber durch den überragenden künstlerischen Wert der Aufnahme nur eine untergeordnete Rolle spielt.