★★★★★
k.A.
27.05.2026
ean-shopping.de
Assassin's Creed Revelations ist ein sehr gutes Spiel, das die Geschichte von Ezio aus einer neuen Perspektive spannend erzählt. Allerdings gibt es einige technische Mängel, die das Erlebnis leicht beeinträchtigen.
Ich wurde bisher von jedem der Vorgänger sofort in den Bann gezogen, doch bei "Revelations" fiel dies anfangs schwer. Im "Tutorial" mit den eingeschränkten Fähigkeiten des Protagonisten war ich etwas gelangweilt, weil kein richtiger Spielfluss zu Stande kam. Erst als ich in der offenen Welt Konstantinopel (Istanbul) angekommen war, entstand langsam wieder die alte Faszination. Doch irgendwie schien das Spiel inhaltsleerer und die Welt war kleiner und nicht so abwechselungsreich wie bei "Brotherhood". Es gibt kaum Missionen neben der Haupthandlung, nur zwei Örtlichkeiten abseits von Masyaf und Konstantinopel, doch diese sind sehr gut gelungen. Eine erinnert an "Tomb Raider" und die andere ist selbst eine kleine, offene Welt.Auch der Desmond-Teil war sehr ungewöhnlich, hat mich irgendwie an "Portal" erinnert und machte erst nach der Hälfte einigermaßen Spaß. Man hat dabei aber einiges über seine Vergangenheit erfahren.Die Altaïr-Sequenzen waren zwar interessant, doch haben nicht das erwartete Potential ausgeschöpft. Und Altaïr wirkt neben Ezio irgendwie recht blass, was irgendwie nicht der Erinnerung aus dem ersten Teil entsprach.Eigentlich hätte ich dem Spiel insgesamt nur vier Sterne gegeben, wäre nicht das exzellente Finale gewesen. Das Ende übertraf die Enden aller anderen Teile bei weitem. Man empfindet Trauer, weil man Ezio nach drei Teilen irgendwie resigniert und "als Rentner" zurücklassen muss. Man ist überwältigt von dem, was man von der Vorgängerzivilisation erfährt und wird sehr neugierig, wie es mit Desmond weiter gehen wird. Dabei war die Präsentation filmreif und hat die Emotionen sehr gut übertragen. Damit wird auch der offizielle dritte Teil obligatorisch für mich.
Ich hatte ein Spiel aus der Assassins Creed Reihe bisher noch nicht gespielt und werde wohl auch keins mehr aus dieser Reihe spielen.Dabei ist dies schade, weil an diesem Spiel sehr viel gutes ist. Beeindruckend übrigens, dass fast jährlich ein neuer Teil erscheint ( Wäre dies doch auch bei Elder Scrolls so ).Kenner der Spielreihe nörgeln wohl über die Grafik. Es werde immer noch die alte Engine benutzt. Ich finde die Grafik sehr gut. Das Leben in der Stadt ist herausragend gut dargestellt ( ohne das die Frames unter 60 fallen wie z.B. bei dem ansonsten grandiosen Skyrim oder Oblivion ) Die Spielfigur ist fantastisch animiert. Es macht Spaß diese Figur zu bewegen ( und das in drei Dimension nämlich z.B an Hauswänden hinauf ).Das Spiel hat sogar einen einigermaßen ernst zu nehmenden kulturellen Anstrich ( sogar Abrecht Dürer findet, wenn auch eher fußnotenhaft, Eingang in dieses Spiel - Das Portrait der venezianischen Hure ).Insgesamt könnte dieses Spiel eine Menge Spaß machen.Was ist das Problem ?Was ich an diesem Spiel nicht leiden kann, ist eine teilweise bis ins Detail gehende Reglementierung. Man kann in diesem Spiel fast nichts tun, ohne sich dabei an strenge Regeln halten zu müssen, die von dem Spiel auch oft geradezu willkürlich aufgestellt werden. Z.B. : Bewege dich ungesehen von A nach B und verstecke dich dabei in einer Gruppe Janitscharen. In diesem Fall stellt das Spiel die Regel auf, dass Wachen oder aber eben diese Janitscharen dich nicht bemerken, wenn du dich ihrer Gruppe angeschlossen hast. Du kannst von diesen Janitscharen umstellt sein und sie schauen dich von allen Seiten an - aber sie bemerken dich nicht. Rempelst du aber aus Versehen einen an, wirst du nicht nur plötzlich entdeckt ( womit die Mission dann gescheitert ist ), sondern du wirst auch gleich abgeschlachtet. Bei Assassins Creed nimmt ein Großteil der Spieler und Spieletester dies offenbar ohne Einwand hin. Bei anderen Spielen ( etwa einem Schleichspiel, einem Shooter usw. ) würde in einem solchen Fall vernichtende Kritik an der KI geübt werden.Anderes Beispiel : Du wirst in der Stadt von einer Wachtruppe entdeckt und angegriffen. Erreicht dich diese Wachtruppe und verwickelt dich in den Kampf, verbietet dir das Spiel einfach abzuhauen. Du wirst zum Kampf gezwungen auch wenn du keine Lust hast. Die Spielfigur lässt sich - wie von einer unsichtbaren Macht gegeißelt - nicht wegbewegen. Übrigens : Immer wieder heißt es, Assassins Creed sei bei Kämpfen viel zu leicht. Ich finde die Kämpfe nicht so leicht. Sie gestalten sich bei vielen Gegnern zäh, da auch hier strenge Regeln eingehalten werden müssen. Und wie gesagt : Abhaun nicht erlaubt !Fast alles läuft also in diesem Speil nach strengen Regeln ab, die man kennen muss. Geradezu verloren ist man, wenn man das Spiel einige Wochen hat liegen lassen. Dann hat man diese Regeln und auch die erforderlichen Kampftechniken wieder vergessen und bewegt sich unbeholfen durch die Spielwelt.Die Erschaffer von Assassins Creed scheinen keine Freunde spielerischer Freiheit und des intuitiven Spiels zu sein.Das Ergebnis ist, dass nie irgendein Spielfluss aufkommt. Immer wieder wird man eingeschränkt und bestraft wenn man sich nicht der Reglementierung unterwirft.Man hängt dann oft fest, weil man nicht weiß, wie das Spiel es haben will. Die Hilfestellungen bzw. Tutorials sind dann auch oft ungenau oder unvollständig. Das Spiel sagt z.B : Mache ein Luftattentat. Benutzte die und die Tasten. Man macht es genauso, x-mal hintereinander - es funktioniert nicht, bis man durch bloßen Zufall bemerkt, dass man sich für ein Luftattentat mit einer bestimmten Waffe ausrüsten muss, damit es funktioniert. Dass man dies tun muss, teilt einem das Spiel aber nicht mit ( höchstens einmalig zu einem früheren Zeitpunkt, so dass Vergessen vorprogrammiert ist ).Es handelt sich somit um ein Spiel, bei man nicht einfach drauf los spielen kann. Wer keinen Frust erleben will, muss sich in das strenge Regelwerk so gut wie möglich einarbeiten und sollte außerdem die Kampftechniken bimsen, bis diese in Fleisch und Blut übergegangen sind.Alles sehr schade. Es könnte ein geradezu grandioses Spiel sein, wenn man es intuitiv spielen könnte und spielerische Freiheit hätte.Ich habe dieses Spiel jetzt ca. 20 Stunden gespielt und habe mich an diese Misstände einfach nicht gewöhnen können und doch ist das Spiel eigentlich zu schade dafür, nicht zu Ende gespielt zu werden. Aber zur Zeit bin ich kurz davor es aus Ärger zu deinstallieren.Schlussanmerkung :Vor kurzem habe ich Batman Arkham City gespielt. Zu Beginn dachte ich : Oh je , das ist ja genau wie Assassins Creed. Alles was du tust unterliegt Vorschriften.Tatsächlich dürften sich diese Spiele von dem was man wohl Gameplay nennt, durchaus ähnlich sein. Trotzdem - bei Batman gewöhnt man sich einigermaßen schnell daran und die Reglementierung ist dann doch bei weitem nicht so schlimm wie bei Assassins Creed, so dass man dann auch bald in einen Spielfluss gelangt.