Der japanische Angriff auf Pearl Harbor, gehört sicher zu den bedeutendsten Ereignissen des 2. Weltkrieges, weil er dazu führte, dass die Amerikaner ihren Kriegseintritt erklärten.Dieser Angriff sitzt heute noch wie ein Stachel in der amerikanischen Seele, selten wurde die Militärmacht USA so vorgeführt, gedemütigt und eiskalt erwischt.Der Film schildert die Ereignisse aus Sicht der Japaner und der Amerikaner, die Regisseure RICHARD FLEISCHER und KINJI FUKASAKU, hielten sich dabei sehr eng an historische Details. Sie waren bemüht nicht zu sehr zu polarisieren, man kann schon behaupten, dass sie sehr um Nüchternheit bemüht waren.„Tora! Tora! Tora!“ zeigt das Ringen amerikanischer und japanischer Diplomaten um einen Krieg zu vermeiden, während die Militärs aufrüsten und ihre Streitkräfte in Stellung bringen.Doch alle Diplomatie brachte letztendlich nichts, Japan entschied sich für den Krieg und überfiel am 7. Dezember 1941 mit zwei Flugzeugträgern den amerikanischen Pazifikflottenstützpunkt Pearl Harbor. Amerikanische Politiker und Militärs waren völlig überrascht, der Film zeigt auf, was dabei alles schief gelaufen ist.Der Überfall konnte nur gelingen, weil Militärs und Politiker alle Warnungen ignoriert haben, teils aus Inkompetenz, teils aus Nachlässigkeit und teils aus Arroganz.Diese geschichtlichen Fakten wurden in teilweise atemberaubende Szenen verwandelt, vor allem die Kampfhandlungen sind erstklassig. Wohl gemerkt, wir sprechen vom Jahr 1970, dafür ist das heute noch äußerst beeindruckend. Völlig zu Recht erhielt der Film dann auch den Oscar in der Kategorie „Beste Spezialeffekte“.Dass der Film an den Kinokassen kein Erfolg wurde, liegt vor allem am Zeitpunkt der Veröffentlichung, er war sogar ein finanzielles Desaster, denn 1970, als der Vietnamkrieg tobte, wollte niemand sowas sehen.Im Nachhinein erhielt der Film dann aber die Wertschätzung, die ihm meiner Meinung nach zusteht.Die Losung „Tora! Tora! Tora!”, übersetzt “Tiger! Tiger” Tiger”, war ein japanischer Funkspruch, der allen Einheiten mitteilen sollte, dass der Angriff erfolgreich gewesen ist. Ursprünglich hatte er eine andere Bedeutung, er stand dafür, dass der Angriff überraschend sein sollte, und bestand aus zwei Silben. „To“ leitete sich vom japanischen Wort „Angriff“ (Totsugeki) ab, „ra“ von dem für „Torpedos“ (Raigeki). Der Funkspruch „ To ra! To ra! To ra!“ wurde von amerikanischen Funkern als das Wort für Tiger (Tora) verstanden.Der Film wurde an Originalschauplätzen auf Hawaii und in Japan gedreht.Für den Film wurde ein Großaufgebot an amerikanischen und japanischen Darstellern aufgeboten, zu den berühmtesten dürften MARTIN BALSAM (Admiral Kimmel), JOSEPH COTTON (Henry Stimson), JAMES WHITMORE (Admiral Halsey) und JASON ROBARDS (General Short) zählen. Die Japaner waren in ihrem Land größtenteils auch sehr populär, mir sagen sie jetzt nichts.Ich besitze sowohl die DVD als auch die Blu-ray, und kann deswegen unbedingt zu letzterer raten. Die Farben sind sehr viel kräftiger, das Bild deutlich schärfer und auch der Ton ist stark verbessert. Bei der DVD werden immer wenn die Japaner sich unterhalten, englische Untertitel eingeblendet, die man auch nicht ausblenden kann. Wenn man zusätzlich deutsche Untertitel auswählt, dann nervt das doch. Bei der Blu-ray geht das, das ist dann viel entspannter.Mein Fazit: „Tora! Tora! Tora!“ gehört mit Sicherheit zu den herausragenden Kriegsfilmen. Die Macher haben auf übersteigerten Pathos verzichtet und waren sichtlich bemüht die historischen Ereignisse authentisch aufzuarbeiten.Mir gefällt der Film sehr gut, das ist Geschichtsunterricht auf sehr spannende und unterhaltsame Art – kann ich empfehlen!
Der Klassiker von 1970, möglichst um authenzität bemüht, mit wenig Pathos und eine für damalige verhältnisse sehr aufwändige Produktion!VOlle Empfehlung! :)FUN FACT:Das Funksignal „to ra, to ra, to ra“ („to“ für totsugeki, „Angreifen“, und „ra“ für raigeki, „Torpedos/Torpedobomber“) war das Signal, dass der Angriff in der Variante für vollständige Überraschung durchzuführen war, mit den Torpedobombern zuerst. Das Signal wurde auch von amerikanischen Funkern empfangen, sie verstanden statt „to ra“ jedoch „tora“, das japanische Wort für „Tiger“. Dies führte dazu, dass der Funkspruch als „tora, tora, tora“ bekannt wurde.