Dianne und Bob Hughes waren schon im Kindergarten befreundet - und jetzt sind sie ein junges, liebendes Ehepaar. Außerdem sind sie drogenabhängig. In Portland rauben sie Apotheken aus, um sich Nachschub zu beschaffen. Zur Gang gehören noch der eher simpel gestrickte Rick und die brave Nadine. Als ihnen Drogenfahnder Gentry zu nah auf die Pelle rückt, unternimmt das Quartett einen Trip durch Oregon, gerät dort aber in eine Pechsträhne. Bob beschließt, clean zu werden."Drugstore Cowboy" wurde 1989 gedreht, spielt aber im Jahr 1971. Zwischen Euphorie und Depression dokumentiert der Film die Erosion der Beziehungen in einer Junkie- Gang, macht dabei die Motivationen der Beteiligten nachvollziehbar und verzichtet darauf, moralische Urteile oder einfache Auswege zu präsentieren. Regisseur Gus van Sant stellt das Leben im Suchtkreislauf als lösgelöste Parallelwelt dar und arbeitet die unterschiedlichen Charaktere glaubwürdig heraus, während Matt Dillon (Outsiders, Rumble Fish) wieder mal spielt, als ginge es um sein Leben. Schriftsteller William Burroughs brilliert in einer Nebenrolle als resignierter, zwangspensionierter Priester, der über die Rolle von Drogen in der modernen Gesellschaft philosophiert. James Fogle, Autor der Romanvorlage, war zeitweise selbst Junkie."Drugstore Cowboy" ist ernst, komisch, traurig, liebevoll, zynisch, romantisch, absurd, realistisch, phantastisch, vieldeutig und zutiefst melancholisch. Bereits seit seinem Erscheinen gehört er zu meinen Lieblingsfilmen. Wurde wirklich Zeit, ihn endlich auf DVD zu besorgen. Fünf Sterne.
Dieser Film hat alles, was dem aktuellen Kino so sehr fehlt. Wer einfach einmal einen netten, kleinen Film sehen möchte, sollte hiervon die Finger lassen. Geboten wird ein Film mit Tiefgang & Ecken und Kanten. Kein Stoff, der mal so für zwischendurch wirklich geeignet ist. Die Besetzung der einzelnen Charaktere ist perfekt und über Gus van Sant muss man nicht wirklich viel sagen. Hier passt wirklich alles!!!