Ich fand diesen vierten Teil der "Stirb Langsam"-Reihe in den ersten 13 Jahren seiner Existenz immer äußerst überflüssig. Das lag vor allem am Vorgänger "Stirb langsam: Jetzt erst recht", der dank der grandiosen Buddy-Action mit Samuel L. Jackson kaum zu toppen ist. Mittlerweile aber habe ich mir "4.0" aber schön geguckt. Liegt vielleicht daran, dass Teil 5 noch erheblich überflüssiger ist. Und ganz bestimmt daran, dass der Film selbst so schlecht gar nicht ist und sein Thema über die Jahre ordentlich an Brisanz zugelegt hat.Die Story in zwei Sätzen: Ein Terrorist mit unbegrenzten Möglichkeiten rollt einen hundsgemeinen Masterplan aus, der sich im Lauf der Story als profaner Raubüberfall entpuppt. Cop John McClane gerät durch Zufall mitten ins Geschehen und stellt gemeinsam mit seinem Unterhemd die Gerechtigkeit wieder her.Diese Zusammenfassung, zugegeben, funktioniert für sämtliche Filme der Reihe, aber dafür kann ja ich nichts. Der eigentliche Charme von "4.0" besteht in der digitalen Bedrohung, der sich McClane mit altmodischen Mitteln stellt – hinter jedem bösen Byte sitzt schließlich ein Kerl, dem man herrlich analog eins aufs Maul geben kann. Der alte Haudegen wirkt wie einen schlecht gelaunter Dinosaurier im Apple-Store und das hat seine Momente.Bruce Willis hat an seiner Paraderolle immer noch viel Spaß und Schurke Timothy Olyphant halte ich ohnedies für einen der unterschätztesten Schauspieler seiner Zeit (man gönne sich ein paar Folgen "Deadwood" oder "Justified", um sich zu überzeugen). Zwischen den beiden Antagonisten, quasi als Jung-Hacker und erklärbärige Schnittstelle, liefert Justin Long seine beste Performance ab. Sonst ist der Bursche nämlich unerträglich.Fazit: Ein Film, in dessen Verlauf ein Helikopter mit einem Auto und ein Kampfjet mit einem Lastwagen abgeschossen werden, kann nicht schlecht sein. Hans Gruber hätte das gefallen. Vier Sterne!