Überschrift:Das Geheimnis der SpiderwicksVorbemerkungen:Von der Presse als Action-Film gefeiert, erstellt er in Wahrheit ein umfassendes Bild jener psychischen Verfassung, wie sie Freddie Highmore in der Rolle des Jared sowie dessen Zwillingsbruder Simon verkörpert:Beachten wir das Begabungs-Profil dieses Jungen, können wir dem Casting erstklassige Wahl bescheinigen.Ähnlich wie in „Brücke nach Terabithia“ muss ein Weg gefunden werden, um die Emotionen in übersichtlich begründete Handlungsgestalten zu übersetzen. Dort zeichnet der Junge, dort agiert das Mädchen, und als diese Brücke in die innere Souveränität nicht mehr hält, stürzt das Mädchen zu Tode.Jared muss seinen Erlebnissen weiträumig Ausdrucksformen geben; es genügen vermutlich keine Zeichnungen oder Lärmexzesse mehr – es ist davon die Rede, dass er seine Wut unter Kontrolle bringen wolle! – und niemand ahnt, wie dieser Vulkan kurz vor der Explosion steht – am wenigsten die Mutter und die dominante Schwester! Was aber für eine Welt der Vorstellungen im Herzen dieses Jungen! Ein psychologisches Meisterstück: Eine hommage an alle Kinder, die ähnlich leiden wie dieser Junge!Das Werk:Die Brüder und ihre ältere Schwester ziehen mit ihrer Mutter von der Großstadt in ein abgelegenes Landhaus. Der Vater kommt nicht mit; er will, so verspricht er per Telefon, seine Kinder dort besuchen.Dass Kinder unter der Trennung leiden, weiß jeder. Dass ein so hochgradig empfindsamer Knabe wie Jared schon die leiseste Erschütterung seiner existenziellen Bedeutsamkeit spürt, weil er ein weiträumig ausgespanntes Netz der Empfindungen hält, zwingt ihn in die Notlage, die Probleme und die Konfliktauslöser aus sich heraus projizieren zu können. Das machen alle Kinder, wenn sie ihre Puppe oder ihr Stofftier zu Rate ziehen. Hier aber geht es um die Inszenierung der ganzen Wucht psychischer Belastung, die zum Mittel der personifizierten Unheilbringer greifen lassen. Jared schlägt das geheimnisvolle Buch auf, das ihn aus dem Paradiese seiner vermeintlichen Unwissenheit jagen wird, er tritt seinem Kosmischen Wissen klaren Auges gegenüber, er will die Wahrheit wissen! Wie alle schöpferisch Begabten wartet er nicht ab, bis die Konflikte kulminieren, sondern er treibt sie zusammen, fordert sie zum Äußersten ihres Wesens heraus und nimmt gegen sie den Kampf auf.Die größte Gefahr erweist sich in der Versuchung, dem plötzlich eintretenden Vaterbilde zu vertrauen. Jared prüft es, und als er sicher ist, dass es nicht der Vater ist, den er gesucht und erwartet hat, kehrt sich die Bestie des machtgierigen Gewalttäters heraus. Das heißt, jetzt gibt es dieses Vaterbild nicht mehr. Eine Lösung ist das nicht – wohl aber ein notwendiger Bruch, um sich in die Zukunft retten zu könnenDer ethische Aspekt:Dass Jared seinen Bruder Simon gern aus seiner dramatischen Selbstentfesselung herausgehalten hätte, erweist sich im entsetzten Antlitz des Knaben, als er Simon in der Welt des Boshaften gefangen gehalten sieht und ihn zu befreien sucht. Es sind die Frauen, die dem Jungen zum Verluste des Vaters noch zusetzen, und so zieht er zunächst die Schwester in das Miterleben seiner aufgewühlten psychischen Lage, und als endlich die Mutter in die Verantwortung zu holen ist, zerbricht der Schutzkreis um das Anwesen, also gilt es, die ganze Familie vor dem Auseinanderbrechen zu schützen.Der Mutter sagt Jared schonungslos die Wahrheit, schleudert ihr seine unbestechlichen Beobachtungen ins Gesicht, beschuldigt sie, den Vater aus dem Hause getrieben zu haben. Es sind also die unterschwellig mitgebrachten unerledigten Probleme, die sich jetzt als Kobolde boshaft an dem Hausfrieden zu schaffen ma-chen. Der den Menschen das Glück zu nehmen trachtet, ist ein fürchterliches Unwesen, eine Gestalt, weitaus prächtiger, als mein homo erec-tus unter der Rubrik „Zeitgeist“ dieser Seite gewesen ist.Als ihm alle Verwandlungen nichts nützen, kommt dieser Ungeist am Ende in der Rolle des Vaters daher, der Jared nur hatte sagen wollen, dass er ihn liebe. Und Jared: „Falsche Antwort!“ Das hieß: Du bist durchschaut! Und jetzt tobt die Bestie bis zum Untergange!Mit dem Mittel der Symbolik hat die Literatur schon immer das Unaussprechliche inszeniert. Der Film unserer Zeit überträgt es in die Welt der Fabelwesen, deren Bedeutung mit ihrer Rolle genannt bleiben. Es erklärt sich alles viel leichter.Den Normativen sind die greifbaren Fakten das einzig glaubwürdige Evangelium. Kinder wie Jared jedoch denken in drei Ebenen gleichzeitig. Das muss mit weitaus monumentaleren Mitteln beschworen werden!Der Regisseur will uns vor Augen führen, welche Kämpfe im Inneren eines so hochbegabten Kindes toben – in der Vasallenmentalität nennt man es „Äktschen“!Der schöpferische Vollzug:Es gibt grundlegende Irrlehren, die den Zugang zu Kindern unrettbar vermauern.Eine ist das Abdrängen in die Uninformiertheit – Kinder werden für blöd verkauft und „auf ihr Zimmer“ geschickt, wenn sie zu fragen anfangen.Eine zweite behauptet, Kinder könnten die Welt der Erwachsenen gar nicht erfassen: „Dazu bist du noch zu klein!“ Jared – in der Person des hochbegabten Freddie Highmore – beobachtet scharf und trifft mit seinem Urteil unwiderruflich sekundenschnell die Zwölf! Er bezieht Misstrauen und nimmt Schuld auf sich, wenn Schwester und Mutter einen Schuldigen suchen. Es ist Jareds naturgemäße lebenslange Unruhe, und jeder Konflikt wird unbestechlich sicher bis zum Höhepunkt getrieben, damit er auseinander knallt – dann ist die Luft rein, dann kann man sich in die Augen sehen! Es ist Jared, der vom Kosmischen Wissen auf den Kern aller Ursachen zusteuert und das Buch der Rätsel um die Familie löst – koste es, was es wolle.Ich glaube nicht mehr daran, dass es Eva war, die den Apfel zum Vorwand nahm, um den Mann in ihr Rotationsdenken und –trachten zu ziehen. Es ist der stetig ein Ziel anstrebende Mann, der nicht ruhen kann, mit neuen Resultaten Bewegung in der Schöpfung zu halten. Jared ist ein Knabe, gesund und voller heißer Empfindungen für das Große. Der Kleinkrieg um die Verstecke der Mutter und der Schwester, des Vaters und der Mitwisser ringsum fordert den Jungen zum Duell mit der Welt, und er greift ihre Verlogenheit so an, wie er es mit seiner Schwester im Fechten auch tut. Man kann nicht dem Verfall zusehen, sondern wird an ihm mitschuldig, wenn man nichts tut, oder macht der schleichenden Katastrophe ein Ende, weil man sich weigert, ihr Gift täglich zu schlucken!Eine dritte Irrlehre verlangt, dass ein solcher „Familienfilm“ am Ende der Mutter in ihrer Maskerade verzeihe. Jared tut es, weil er die Familie retten will. Wir tun es nicht! Diese Zuge-ständnisse sind inakzeptabel, richten sie doch Verheerungen genug in den Kindern an! Das sollten „Mütter“ doch erkennen können. Nach ihnen bin ich auf der Suche….
Ich habe mir den Film zum Glück erstmal ohne meine Kinder angeschaut!! Kann ich nur zu raten! Der Film ist gut und spannend gemacht und ich würde ihn mir auch wieder ansehen. Spannend, gut gespielt, schöne Bilder (zum Teil), flüssige Handlung.Jetzt das große ABER: völlig falsche Altersangabe!! Mir ist schon klar das es nicht um eine Altersempfehlung geht, sondern darum das Kinder ab der Altersangabe keine "Schäden" zu befürchten haben und natürlich liegt es immer in der Verantwortung der Eltern zu beurteilen ob der Film schon etwas für ihr Kind ist. Aber alleine die Szene am Ende, als man denkt: jetzt ist alles vorbei, alles wird gut... dann kommt der lange vermisste und ersehnte Vater durch die Tür und alle freuen sich, nur der eine Sohn ist misstrauisch und nach einem kurzen Gespräch rammt er seinem vermeintlichen Vater ein Messer in den Bauch! Daraufhin verändert sich das Gesicht des Vaters auf schauerliche Weise und er wird zum Monster welches dann den Jungen bis aufs Dach verfolgt... Alleine auf Grund dieser einen Szene ist die Altersangabe völlig daneben! Viele Vergessen das Kinder bis über das 6. Lebensjahr hinaus Fantasie und Wirklichkeit teilweise immer noch vermischen und nicht klar auseinander halten können und ich möchte nicht das meine Kinder aufgrund einer solchen Szene Alpträume bekommen, es darf schon mal spannend werden aber das geht wirklich zu weit!Mein Sohn ist 8 Jahre alt und liest gerade die Bücher (die ich auch vorher gelesen habe und die ich zwar spannend aber für das Alter total o.k. finde) und man darf nie vergessen das Kinder sich nur das in ihrer Fantasie ausmahlen können was sie schon gesehen, erlebt und versponnen haben und was innerhalb ihres "Horizontes" liegt und darum widerspreche ich einem meiner Vorrezensenten ganz klar: Es macht sehr wohl einen Unterschied ob Kinder etwas sehen oder lesen! Und ich werde noch ein paar Jahre warten bis meine Kinder den Film sehen dürfen, auch wenn sie die Bücher schon lesen.