Ein wunderschöner, sehr berührender Film, der psychologisch stimmig inszeniert und geradezu atemberaubend gut gespielt wurde. Die beiden Frauen, Scott Thomas und Zylberstein, übertreffen sich selbst und wirken unglaublich authentisch. Die ältere von zwei Schwestern, die wegen Mordes an ihrem unmündigen Sohn 15 Jahre im Gefängnis verbüßt hatte, nimmt nach ihrer Entlassung bei ihrer Schwester Zuflucht und versucht unter großen Schwierigkeiten, in ein normales bürgerliches Leben zurückzufinden. Das Finale deutet sich zwar schon früher an, doch wird es überragend dargestellt. Juliettes endgültige Befreiung aus ihrem selbst gewählten inneren Gefängnis wird plausibel vermittelt. Aus einer unerreichbaren Isolation schmilzt sie in den Satz: "Ich bin da." Toll!
Der Film regt zum Nachdenken an. Mir gefällt die Botschaft, dass manches anders ist, als es auf den ersten Blick scheint. Ich würde den Film jedem empfehlen, der bereit ist, tiefer, als an der Oberfläche zu kratzen.