Arch Enemy gehen auf diesem Werk viel basisorientierter vor, als auf dem Vorgänger. Das macht sich gleich im Intro bemerkbar. Während auf dem Vorgänger noch ein simpler Synthesizer-Effekt geloopt und lautstärkemodifiziert wurde, regieren hier ab der ersten bis zur letzten Sekunde harte, bratende Gitarrenriffs.Die Songs erscheinen direkt vom Start weg viel zielstrebiger und straffer organisiert. Während sich auf den vorigen Alben noch Titel wie "Dead Eyes See No Future" oder "Ravenous" deutlich vom Umfeld abhoben, da dieses leider oft nicht ganz an die Überflieger-Qualitäten der Meisterwerke heranreichte, finden sich hier nahezu alle Titel auf demselben, atemberaubend hohen Niveau.Neben der längst außer Frage stehenden Leistung der Amott-Brüder an den Gitarren hat auch Frontfrau Angela Gossow stimmlich noch einmal zugelegt, ihre Growls klingen sowohl deutlicher artikuliert, als auch volumenreicher. Während zu Beginn der Gossow-Phase viele Fans der neuen Fronterin kritisch gegenüber standen, kann sie nun live neue Sympathien für sich verbuchen und bezieht daraus ganz offensichtlich das Quentchen Selbstbewusstsein, das ihr bisher für gesangliche Höchstleistungen noch gefehlt hat.Auch die Songtexte sind wegweisend. Während große Teile der Metalszene im Clinch miteinander liegen, predigt Arch Enemy für Zusammenhalt im Genre (man lasse sich die Ironie zwischen Bandnamen (zu deutsch: Erzfeind) und Botschaft genüsslich auf der Zunge zergehen ;-)).Ich halte das Album nicht nur für ein überragendes Stück Metal, das das Zeug zum Klassiker hat, sondern erachte es auch insofern für sehr wichtig, als dass es einen klaren Kontrapunkt zu den Szenegrößen In Flames und Soilwork darstellt, die auf den letzten Alben teilweise doch zu deutlich mit dem Mainstream sympathisiert haben (nicht das es deswegen schlechte Alben gewesen wären, Gott bewahre).Leider musste die Band nach den Aufnahmen für dieses Album einen herben Rückschlag hinnehmen. Bereits in den Aufnahmen für die vorigen Alben kündigte Christopher Amott mehrmals an, dass er bald aussteigen würde, um sich seinem Studium zu widmen. Allerdings blieben diese Ansagen Mal für Mal leere "Drohungen", weswegen sie auch beim neuen Output niemand wirklich für voll nahm. Als Christopher das allerdings realisierte, stieg er - sehr zum Verdruss der übrigen Bandmitglieder - von einem auf den anderen Tag spontan aus der Band aus. Mittlerweile wird er live teilweise durch den von Dream Evil bekannten Gitarrengott Gus G. ersetzt, man scheint also einen einigermaßen äquivalenten Counterpart gefunden zu haben...