Während von Westen her ein Königreich nach dem anderen unter den Schatten des Dead King fällt, Lichkin durch die Nacht wandeln und Necromancer die Toten erheben, machen sich die Könige der Broken Lands auf nach Vyene, zum alle vier Jahre tagenden Congression, um dort vielleicht endlich einen neuen Kaiser zu wählen, der die Reiche wieder vereinen und sich der Vernichtung der Welt entgegenstellen könnte...Im dritten Band wechseln sich drei Erzählstränge ab: die Gegenwart, fünf Jahre zuvor und "Chella’s Story".In der Gegenwart werden die Ereignisse auf der Reise nach Vyene geschildert, Jorgs Träume, und Begegnungen mit anderen Mächtegruppen, die ebenfalls auf dem Weg zum Congression sind. Dabei glänzt Jorg einmal mehr mit gnadenlos kaltem Kalkül und unfehlbarer Schläue.Chella’s Story begleitet, wie der Namen schon sagt, Chella – nach ihrem Scheitern so geschwächt, dass das Leben und der damit verbundene Schmerz wieder in sie zurückkehren – bei der Verwirklichung der Pläne des Dead King.Am interessantesten und aufschlussreichsten ist in meinen Augen jedoch der Strang fünf Jahre zuvor. In diesem wird erzählt, wie Jorg sich - geführt vom Fexlers "Geist" und mithilfe des "view-ring" – auf eine Reise begibt, die ihn durch atomar verseuchte Einöden und die Wüste Sahar bis an den Hof des Ibn Fayed und den wundersamen Turm der Mathmagicians führt.Auf dieser Reise lernt der Leser viel über die Motive hinter Jorgs Taten und noch mehr über die Builder, die in ihrem Machbarkeitswahn die Grenzen zwischen Realität und Möglichkeit verwischt und damit eine schreckliche Magie in die Welt gebracht hatten, die nun, nach Tausend Jahren endgültig das Gefüge der Wirklichkeit zu zerreißen droht.Wie schon zuvor ist für mich das Worldbuilding der wahre Star der Geschichte. Noch mehr als in den vorausgehenden Bänden ist es Lawrence hier gelungen, die schrecklichen Auswirkungen der atomaren Zerstörung zu schildern, die den Großteil der Menschheit vernichtet hatte, und den Abgrund der Zeit aufzuzeigen, der die Zivilisation der Builder von jener vergleichsweise Primitiven der Broken Lands trennt.Besonders beeindruckt auch die fast poetische Sprache, deren Lawrence sich bedient, und die sich sehr von jener gerade heute so modernen "schmutzigen" Sprache etwa eines Abercrombie oder Richard Morgan unterscheidet, was beweist, dass man auch stilistisch schön bis zu den Knöcheln im Blut waten kann, ohne das ganze zwangsläufig euphemistisch zu verklären.Über das Ende selbst möchte ich nichts verraten, nur so viel: Die letzten ca. 60 Seiten entschädigen für alle Längen, die die Geschichte bis dahin aufgewiesen haben mochte.Ein wirklich würdiges, mitreißendes, überraschendes Finale, das zumindest mich mit dem Gefühl zurücklässt, wirklich was verpasst zu haben, hätte ich es nicht gelesen.Für mich das beste Buch der Reihe!