Das CoverDas Cover gefällt mir persönlich ziemlich gut. Es sind Sam und Astrid abgebildet (vorne) und ich finde die beiden ausgewählten Jugendlichen super. Sie kommen meinem Bild von Sam und Astrid sehr nah. Ich mag auch die Ausstrahlung der beiden auf dem Cover, denn es fasst gut den Charakter der beiden Figuren. Hinten sind dann ebenfalls noch mal 2 Kids abgebildet und hier muss ich ehrlich zugeben bin ich etwas überfragt. Die sind nicht so eindeutig zu erkennen oder zuzuordnen. Trotzdem insgesamt gesehen ein tolles Cover und passend zu den Vorgängern.Kurze InhaltsbeschreibungDie Kids von Perdido Beach hatten seit der Katastrophe, bei der jeder über 15 Jahre verschwunden ist, kein einfaches Leben und mussten schon mit Vielem zurecht kommen. Sei es gegenseitige Gewaltausschreitungen, die Bedrohung durch mutierte Tiere, die Darkness oder Hunger.In diesem Buch steht ihnen wieder mal eine Bedrohung aus eigenen Reihen bevor. Der Ton und die Abgrenzung zwischen Kindern mit Fähigkeiten und Kindern ohne werden immer harscher und aggressiver. Die Dunkelheit nutzt diese Unruhen für sich und beeinflusst und manipuliert die Kinder, indem sie sie gegeneinander aufstachelt. Alles läuft auf einen großen Krieg zwischen den verhärteten Fronten hinaus und mit Sam, der in eine Krise stürzt, könnte es böse für die guten Kids von Perdido Beach enden …Schreibstil und StoryverlaufIn dem Buch steht zwar die Dunkelheit, diese mysteriöse Kraft, von der man noch nicht so weiß, was es eigentlich ist, im Vordergrund. Natürlich nutzt sie nur bereits vorhandene Probleme aus, aber sie mischt die Kinder durch Lügen und Gerüchte ganz schön auf und bringt sie gegeneinander auf. Die Spannung war trotzdem es eher um psychologische Aspekte ging, wieder sehr hoch. Man ist sich nicht sicher, wer zu den Guten gehört, wer nicht. Man weiß nicht, welche Figur, die einem am Herzen liegt, in Gefahr schwebt oder nicht. Man befindet sich in einem Pulverfass und muss die ganze Zeit damit rechnen, während Funken fliegen, dass irgendwann einer dieser Funken sein Ziel trifft und alles in die Luft geht.Zudem eröffnet der Autor uns einen Ausblick darauf, was in der ‚Außenwelt’ so passiert und auch wenn das in diesem Teil erst mal nur Andeutungen sind, ahnt man schon, dass das in den kommenden Bänden eine größere Rolle spielen wird.Es war zudem wieder rasant geschrieben, mit vielen Dialogen und anschaulichen Handlungsabläufen. Zeit zum Durchatmen bekommt man sehr wohl, aber nicht zum zur Ruhe kommen. Rasant, krass, genial.Die Charaktere und ihre EntwicklungIn diesem Teil hat sich Michael Grant wieder auf eine Vielzahl von Kindern bezogen, die alle aus ihrer Sicht einen Teil der Geschichte erzählen. Dennoch stehen Sam und Astrid diesmal ganz anders und verstärkt im Fokus.Sam kämpft immer noch gegen die Erinnerung an den Kampf mit Drake an. Er wird heimgesucht von der Angst vor dem Tod und der schrecklichen Qualen, die er bei der Folter durch Drake erleiden musste. Obwohl jeder in ihm den unbesiegbaren Helden sieht, quälen ihn Angst und Verfolgungswahn. Auch die Verantwortung, die er trägt, lastet schwer auf seinen Schultern.Die Krisen, die er hier durchmacht, waren nicht nur anschaulich geschrieben und erklärt, sondern haben mich emotional berührt und packen können. Ich habe Sam verstanden, mit ihm mitgefühlt und mit ihm mitgelitten. Er ist eine unheimlich sympathische und großartige Figur.Astrid ist ein eher schwieriger Charakter. Sie ist so ein totaler Gerechtigkeitsengel, aber ebenso eine totale Theoretikerin und manchmal so kam es rüber, konnte ich nur den Kopf schütteln. Ihre Ideen sind toll und lobenswert, aber so weit weg von der Realität und jeder möglichen Umsetzung, dass es schwer fällt zu begreifen, dass sie es trotz aller Genialität nicht merkt, wie unrealistisch ihre Absichten sind. Ich denke sie musste in diesem Teil einiges einstecken und durch viele Dinge, die passieren, lernen, die Wirklichkeit so zu sehen, wie sie wirklich ist. Am Ende hat es sie jedoch nicht gebrochen oder desillusioniert, sondern reifer gemacht und toleranter. Offener. Die Entwicklung hat mir gefallen. Gerade, weil sie mir am Anfang selbst auf die Nerven gegangen ist.Natürlich spielen auch weitere Figuren wieder eine wichtige Rolle. Unter anderem Quinn, der so eine liebenswerte, besondere Nebenfigur ist, die mir richtig ans Herz gewachsen ist. Ebenso Edilio, den ich einfach nur super cool finde. Ich hoffe er bleibt mir noch lang erhalten. Lana kam leider etwas zu kurz. Von ihr wünsche ich mir wieder mehr zu lesen.Besonders nah gegangen ist mir in diesem Buch natürlich die Geschichte von und um Mary. Sie war eine meiner Lieblingsfiguren und da war es zu erwarten, dass alles was ihr passiert und mit ihr passiert mich emotional mitnehmen würde.Auch die Kids um Cane spielen wieder eine Rolle. Sie bekommen ihre eigene Handlung und eine beinah parallel laufende Storyline. Cana und Diana sind ein geniales Paar und ihre Beziehung so verworren, kompliziert und doch seltsam berührend und mitnehmend.FazitEin toller dritter Teil einer Serie, die unheimlich geniale Figuren besitzt, eine spannende und rasante Storyline und Nervenkitzel bis zur letzten Seite verursacht. Nach wie vor eine Reihe, die ich von Herzen empfehle. Rasant, spannend, psychologisch tiefgründig, emotional packend, im Fazit genial.
Die Hungersnot konnte zwar gerade noch abgewendet werden, aber das macht die Zustände in der FAYZ nicht wirklich besser. Zil und seine Anhänger, die sich Human Crew nennen, hetzen immer weiter gegen die Mutanten auf und wollen alle Freaks, wie sie sie nennen, am liebsten tot sehen. Doch Sam, der diesem Treiben nur zu gern ein Ende setzen würde, sind durch den neu gegründeten Rat, insbesondere durch die Ratsvorsitzende Astrid, die Hände gebunden. Der Rat ist der Ansicht, dass man erst ein funktionierendes Rechtssystem inklusive Gesetzen und einem Gericht schaffen müsste, bevor man Zil für irgendetwas bestrafen kann. Doch anstatt dieses Vorhaben auch tatsächlich in die Tat umzusetzen, redet der Rat nur, er handelt nicht. Die Kluft zwischen Normalos und Mutanten wird dadurch immer größer und der Kampf zwischen ihnen droht schon bald zu eskalieren.Das ist jedoch nicht das einzige Problem: Viele der Kinder, vor allem die älteren, sind am Ende ihrer Kräfte und können die Verantwortung für die jüngeren nicht länger auf sich nehmen. Sie möchten endlich aus der FAYZ raus und in ihr altes Leben zurück.Aus genau diesem Grund sind viele von ihnen auch nur zu gern bereit zu glauben was Orsay ihnen prophezeit. Sie sagt, sie hätte hinter die Wand sehen können und dass dort alle Eltern und Verwandten auf ihre Kinder warten würden. Sie rät den Jugendlichen, die als nächstes ihren 15. Geburtstag haben, sich nicht dagegen zu wehren wie Sam oder auch Astrid es getan haben, sondern es einfach geschehen zu lassen. Doch was ist, wenn das, was Orsay zu sehen glaubt, gar nicht stimmt? Aber noch viel wichtiger: Was soll aus den ganzen kleinen Kindern werden, wenn plötzlich alle älteren sich entschließen sollten zu verschwinden?Außerdem stellt sich immer noch die Frage, ob der Gaiaphage nun wirklich endgültig besiegt worden ist oder ob er nur darauf wartet wieder etwas zu Kräften zu kommen um erneut zuschlagen zu können ...Auch im dritten Teil der Gone-Serie geht es gewohnt spannend weiter und er steht seinen Vorgängern in nichts nach, vor allem was die Schrecken betrifft, mit denen Michael Grant seine Charaktere konfrontiert. Die Zustände werden eigentlich nie besser und immer wenn man denkt, dass es gar nicht mehr schlimmer kommen kann, setzt der Autor noch mal einen darauf.Er schockiert den Leser z.B. damit, dass eine kleine Gruppe in der FAYZ aus dem Hunger heraus tatsächlich beginnt die Verstorbenen zu essen oder indem er eine schon lange tot geglaubte Figur wieder zum Leben erweckt.Im Zentrum des dritten Bandes steht jedoch vor allem der Kampf zwischen den Mutanten und den Normalos und die sich daraus ergebenden Konflikte. Die Human Crew wird immer rücksichtsloser gegenüber den Mutanten und hetzt andere, normale Kinder immer weiter gegen sie auf. Dabei schreckt er weder davor zurück sich an kleinen Kindern zu vergreifen noch vor Mord. Er ist fest entschlossen sogar Normalos zu beseitigen, sollten sie sich auf die Seite der Freaks stellen. Zil sammelt Waffen zusammen und schmiedet einen Plan um Sam zu töten und selbst die Kontrolle über die FAYZ zu übernehmen, dafür ist ihm jedes Mittel recht.Sam sieht diesen Kampf kommen und würde Zil gern das Handwerk legen, wird aber vom Rat nicht gelassen, weil sie Sam nicht mehr als alleinigen Anführer haben wollen und auf die Schaffung ihres neuen Systems beharren. Astrid glaubt außerdem immer noch, sie könnte Zil mit guten Argumenten von seinem Verhalten abbringen und erkennt erst, was sie dadurch angerichtet hat, als es schon zu spät und der Kampf bereits eskaliert ist.Daneben gibt es jedoch auch die Problematik um die Prophetin, wie Orsay inzwischen von einigen genannt wird. Während Orsay immer mehr an sich selbst und ihren Träumen zweifelt, wird sie von ihrer neuen Freundin Nerezza mehr und mehr dazu gedrängt den anderen Kindern zu erzählen, was sie sieht und ihnen zu raten, einfach auszusteigen, wenn sie die Möglichkeit dazu haben.Auch als Leser weiß man nicht, was man glauben soll. Gibt es die Erwachsenen außerhalb der FAYZ tatsächlich noch und warten sie nur darauf ihre Kinder wieder in die Arme zu schließen? Sieht Orsay durch die Berührung der Wand wirklich in ihre Träume und kann so mit ihnen kommunizieren? Oder wird sie vielleicht von jemandem manipuliert, der nur will, dass sie genau diese Dinge sieht, daran glaubt und sie verbreitet?Auch dieses Mal kommen wieder ein paar neue Figuren hinzu, die ebenfalls in der FAYZ gefangen sind, die man aber vorher aus verschiedenen Gründen noch nicht kannte. Entweder, weil sie sich gut versteckt haben oder weil sie vorher einfach nicht aufgefallen sind. Dadurch kann man immer wieder neue Charaktere entdecken, die dem Autor außerdem das Potenzial für neue Konflikte bieten.Doch auch die schon lange bekannten Figuren verändern sich, was natürlich nicht verwunderlich ist, wenn man bedenkt, was einige von ihnen Schreckliches erlebt haben. Während es die einen stärker macht, zerbrechen andere daran. Beides ist stets nachvollziehbar dargestellt, denn es gibt nun einmal Grenzen für das, was ein Mensch ertragen kann.Die ständigen Perspektivwechsel sorgen erneut dafür, dass die Handlung nie langatmig wird und man als Leser immer weiter liest. Häufig verlässt der Autor eine Szene genau im spannendsten Moment, sodass man das folgende Geschehen ungeduldig weiterverfolgt bis man endlich wieder in die vorher verlassene Perspektive zurückkehrt.Doch nicht nur dadurch bleibt die Spannung kontinuierlich erhalten. Auch der Countdown zu Beginn jedes Kapitels, der natürlich auch im dritten Band nicht fehlen darf, erzielt den gleichen Effekt. Er fesselt den Leser an das Buch und lässt ihn sich immer wieder die gleiche Frage stellen: Was wird dieses Mal am Ende des Countdowns geschehen?Die Atmosphäre, die Michael Grant geschaffen hat, ist noch Angst einflößender als in den Vorgängern und die Taten einiger Figuren sind noch brutaler und rücksichtsloser als man es je für möglich gehalten hätte. Man ist oftmals nicht einfach nur schockiert, sondern kann gar nicht fassen, was man da liest. Das Buch ist daher, ebenso wie die vorherigen Bände, wirklich nur für Jugendliche zu empfehlen und nicht für Kinder.Die Handlung ist zwar wieder relativ in sich abgeschlossen, lässt aber erneut genügend Fragen für den folgenden Band offen und bietet somit genügend Potenzial für den vierten und damit wohl auch letzten Teil dieser atemberaubenden Serie.Lies ist ein fantastischer dritter Band, der seinen Vorgängern in nichts nachsteht und erneut mehr als überzeugen kann. Immer wieder gelingt es Michael Grant seine Leser zu überraschen und zu schockieren, sodass man gebannt an den Seiten klebt und gar nicht mehr aufhören kann zu lesen.Nach diesem dritten Band kann man es kaum noch erwarten den nächsten Teil zu lesen, indem man hoffentlich endlich Antworten auf die verbliebenen offenen Fragen erhält und erfährt, ob Sam, Astrid und all die anderen Kinder bzw. Jugendlichen es je schaffen werden lebend aus der FAYZ zu entkommen.