Ich habe das Buch dreimal gelesen. Einmal als junger Mann auf meiner Muttersprache Dänisch, später nach meiner Auswanderung nach Deutschland auf Deutsch, und jetzt als alter Mann nochmal auf Englisch. Die Übersetzer haben hervorragende Arbeit geleistet und die Übersetzungen sind genau so gut wie das Original. Trotzdem gibt das Lesen auf der Originalsprache den letzten Pfiff dazu. Wer kann, sollte es auf Englisch lesen.Das Buch an sich ist von derart vielen Menschen rezensiert worden, die insgesamt alles erzählt haben, was es darüber zu sagen gibt. Ich kann kaum noch etwas dazu beitragen. Das Buch hat drei Themen.Das erste Thema. Das Buch besteht aus einer Rahmengeschichte, die die Form eines Romans hat, und die beschreibt, wie jemand, der eine Elektrotherapie bekommen hat, nach und nach einen Teil seiner früheren Gedanken und seiner früheren Persönlichkeit wiedergewinnt. Allein diese Geschichte ist interessant auch für Ärzte und Psychologen und gibt Anlass zu allerlei Diskussionen.Das zweite Thema. Eingebettet in dieser Rahmengeschichte ist die Verfolgung der Gedanken, die der Verfasser früher gedacht hat, die sich auf einem sehr hohen intellektuellen Niveau mit Literatur, Rhetorik und Philosophie beschäftigen und ähnlich wie Einstein, der in der Straßenbahn seine allgemeine Relativitätstheorie ausgedacht hat, hier eine allgemeine Theorie beschreiben, über etwas, das der Verfasser Qualität nennt. Dieses Thema ist an sich ein sehr interessantes Thema, das mit der Rahmengeschichte überhaupt nichts zu tun hat, sodass das Buch tatsächlich zwei unabhängige Themen behandelt. Der Verfasser ist ein überaus bescheidener Mensch, der nicht behauptet, den Stein des Weisen gefunden zu haben, obwohl die Gedanken, die hier vorgelegt werden, durchaus völlig neu sind und den Blickwinkel des Einzelnen vollkommen ändern dürften. Dadurch dass er die Gedanken einfach nur so vorlegt, als jemand, der geisteskrank ist und nach sich selbst sucht, spielt er seine Neuentdeckung höflich herunter und stellt sich nicht wie ein philosophischer Erneuerer vor. Obwohl er das eigentlich ist.Wie wir wissen, hat es seit langem Strömungen, zum Beispiel in der "Antipsychiatrie", gegeben, die meinen, dass Schizophrenie aus Erlebnisse oder fehlgeschlagenem Denken entstehen kann und auch mit Gedanken und Gesprächen wieder gebessert werden kann. Andere meinen, dass Schizophrenie eine körperliche Krankheit ist (irgendwelche Verbindungen im Gehirn seien falsch verdrahtet), die mit chemischen oder physikalischen Mitteln behandelt werden soll. Das Buch hat damit als drittes Thema, ganz höflich, vorsichtig und unaufdringlich, wie dieser Mann so ist, und ohne Gehässigkeit, die Verbitterung über die erlittene Elektroschocktherapie. Das Buch versucht aber keineswegs allgemein eine Stellungnahme für oder gegen die Psychiatrie als solche zu machen.