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k.A.
19.06.2026
ean-shopping.de
Raymond Carvers 'What We Talk About When We Talk About Love' ist eine absolut faszinierende und tiefgründige Sammlung von Kurzgeschichten, die mich packend berührt hat. Es ist ein Meisterwerk, das man unbedingt lesen sollte, um die subtilen menschlichen Emotionen zu verstehen.
Mir wurde Raymond Carver in einem englischsprachigen Literaturforum empfohlen als eine sehr wertvolle Literatur, die aber trotzdem in einem nicht zu schweren Englisch verfaßt worden ist. Das stimmt auch weitestgehend. Raymond Carver schreibt kein elaboriertes Literatenenglisch, sondern sein Englisch ist meistens sehr gut zu verstehen.Das nur dazu, ansonsten muß ich sagen, daß ich es keinesfalls bedauere, mir diese Sammlung von Kurzgeschichten zugelegt zu haben. Allerdings kann ich mir sehr gut vorstellen, daß nicht jeder von diesen Geschichten begeistert sein wird, manche werden sie auch überhaupt nicht mögen, weil ihnen das oft viel zu banal vorkommen wird. Raymond Carver erzählt gelegentlich auch die allerbanalsten Geschichten, wie meinetwegen die von dem Vertreter von Staubsaugern, der seinen Staubsauger dann doch nicht an den Mann bringt. Nun geschehen in den Geschichten von Raymond Carver gelegentlich auch dramatischere Vorgänge, nur der Stil von Raymond Carver ist es trotzdem, die amerikanische Reaiität in seinen Geschichten zu kondensieren. Dabei haben diese Geschichten nicht den geringsten Humor, sind kaum ironisch und völlig schmucklos und wollen dabei etwas von der amerikanischen Realität zeigen. Das wird nun der eine oder andere als langweiig oder banal abtun, während ich in diesem Erzählen auch einen gewissen Purismus am Werke sehe, seine Geschichten sind dahingehend puristisch, als sie wirklich etwas von der amerikanischen Wirklichkeit zeigen wollen. Genau das berührt mich und es hat auch eine bestimmte Melancholie, während es bestimmt auch Leute geben wird, die das eher kalt lassen wird. Nur, man kann sich auch mal eine Leseprobe auf den Kindl laden, und mal rein lesen.Beginners ist im übrigen die Langfassung, also die ursprüngliche Fassung des veröffentlichten "Worüber wir reden, wenn wir von Liebe reden". Ich muß sagen, daß ich nicht das Gefühl habe, daß in dieser ursprünglichen Fassung zu viele Worte stehen und kann von daher Beginners auch empfehlen.Im moment lese ich übrigens auch "Will you please be quiet, please", das ist auch sehr gut. Viel hat Raymond Carver übrigens nicht geschrieben. Drei kurze Erzählbände, "Elephant" ist wohl der Nachlaß, das ist schon alles. Und dabei merkt man eigentlich, wie hart Raymond Carver an diesen "banalen" Erzählungen gearbeitet hat, um sie wirklich völlig auf den Punkt zu bringen. Nur, es liegt eben im Auge des Betrachters, ob man in Raymond Carver jemanden sieht, der nur platte Alltagsgeschichten erzählen konnte, bei denen man jeden literarischen Schmuck, Humor oder Raffinesse vermißt, oder ob man genau diesen Erzählstil sehr zu schätzen weiß.
Habe zufällig im Auto über Carver in Ö1 eine Sendung verfolgt und dachte mir die Kurzgeschichten klingen interessant. Und sind sind es. Faszinierend wie der Autor ohne Schnörkel den Protagonisten seiner Geschichten Leben einhaucht. Keine leeren seitenfüllenden Dialoge, kein Blabla, kein Satz zuviel, kein Wort zu wenig.