Der Autor, Drehbuchschreiber und Vollzeit-Geek Ernest Cline hat zwar gerade erst mal einen einzigen Roman veröffentlicht, trotzdem ist es ihm bereits gelungen, einen wahnsinnigen Hype um seine Person auszulösen: So wurde das 2011 erschienene „Ready Player One“, originelles Virtual-Reality-Abenteuer und liebevolle Hommage and die Nerdkultur der 1970er und 1980er Jahre zugleich, nicht nur zum Mega-Bestseller, sondern wird derzeit auch von niemand geringerem als Regie-Legende Steven Spielberg verfilmt – viel mehr kann man als bis dato eher unbekannter Schreiberling mit seinem Debütroman wohl kaum erreichen. Da ist es keine Überraschung, dass Leser und Geeks weltweit seit Jahren auf das neue Werk Ernest Clines hinfieberten, das nun ENDLICH seinen Weg in die Buchläden gefunden hat und von dem nichts weniger als ein genauso grandioser Roman wie RPO erwartet wird. Auch bei mir hat sich über die vielen Monate des Wartens eine fast schon unerfüllbar scheinende Erwartungshaltung aufgebaut, die bei mir dann doch zu ein wenig Nervosität geführt hat, als ich das Buch schließlich in den Händen hielt. Um gleich zu Beginn aber mal für Entwarnung zu sorgen: Ernest Clines zweiter Roman „Armada“ hat meine Erwartungen nicht enttäuscht – im Gegenteil.Zunächst einmal hat es den Anschein, als würde Cline keine Zeit verschwenden wollen, denn bereits im ersten (!) Satz erblickt sein Protagonist, der 18-jährige Schüler und Hardcore-Gamer Zack Lightman das UFO, das ihn aus der Eintönigkeit seines unspektakulären Alltags in Beaverton, Oregon, reißen und genau das bringen wird, das er sich während seiner unzähligen Stunden vor der Spielkonsole immer gewünscht hat: Abenteuer und einer höheren Bestimmung in seinem Leben. Bis es aber so weit ist, vergehen dann aber doch zunächst einmal noch gut 100 Seiten, denn so plötzlich das Raumschiff am Himmel über seiner Schule aufgetaucht ist, so schnell ist es auch schon wieder verschwunden und lässt einen verwirrten Zack zurück, der ernsthaft an seinem Verstand und Wahrnehmungsvermögen zweifelt. Dem Leser gibt diese Phase der Unsicherheit die Chance, in das Leben und das Umfeld der Hauptfigur einzutauchen und sich mit dem sympathischen, aber leicht verträumten Zack anzufreunden. Das aber sollte trotz leichtem Aggressionsproblem nicht allzu schwer fallen, denn für seine kleine Macken hat der Schüler schließlich eine gute Entschuldigung, schließlich ist sein etwas durchgeknallter Vater schon in jungen Jahren bei einem wenig schmeichelhaften Unfall ums Leben gekommen und hat Zack und seine Mutter schon früh vor schwere Herausforderungen gestellt, welche die beiden aber nur noch mehr zusammengeschweißt haben.Gerade wenn man sich dann vorsichtig zu fragen beginnt, wann die zwar charmante, aber nach der frühen UFO-Sichtung dann doch etwas ereignisarme Geschichte denn mal langsam an Fahrt aufnimmt, reisst Ernest Cline seinen Protagonisten und seine Leser mit einem Ruck aus dem Gamer-Alltag hinaus und mitten hinein ins Abenteuer – und der Wahnsinn beginnt. Über den Kern der Geschichte will ich an dieser Stelle eigentlich auch gar nicht mehr verraten um das Lesevergnügen nicht zu trüben, nur so viel sei gesagt: Wem „Ready Player One“ zu Gamer-orientiert war und wer sich beim Lesen häufiger ein wenig geärgert hat, dass er nur einen Bruchteil der Videospiel-Referenzen aufschnappen konnte, der dürfte mit „Armada“ schon deutlich eher auf seine Kosten kommen. Zum einen sind die vielen Popkultur-Anspielungen hier nicht nur moderner (was schon bei einem sehr amüsanten „Thor vs. Herr der Ringe“-Battle über den Coolness-Faktor der jeweiligen Waffen beginnt – inklusive herrlichem Seitenhieb auf den Fake-Akzent von Thor-Darsteller Chris Hemsworth), sondern auch nicht so Videospiel-fokussiert wie in RPO. Wirklich Zocker-lastig ist eigentlich gerade mal das erste Drittel des Buches, ansonsten kommt man jedoch sehr gut durch die Geschichte, wenn man in den vergangenen drei Jahrzehnten mal ab und zu den ein oder anderen Science-Fiction-Klassiker (von „Star Wars“ über „Deep Impact“ bis „Contact“) gesehen hat. Ein wenig schade ist jedoch, dass Ernest Cline die meisten seiner Referenzen zu sehr erklärt und diese zudem meist ohnehin sehr offensichtlich sind – das ist zwar durchaus einsteigerfreundlich, wer wie Cline aber eine derart nerdige Fangemeinde hat, hätte seinen Lesern auch durchaus etwas mehr Vertrauen in Bezug auf das Erkennen von Zitaten und Ähnlichem entgegenbringen können.Zudem ist die Story selbst vielleicht nicht ganz so originell wie in RPO, mich persönlich hat sie aber dennoch deutlich mehr angesprochen. Ich liebe Verschwörungsgeschichten, Alien-Invasionen, Weltraum-Abenteuer und SciFi-Filme und genau das alles bekommt man hier in geballter Form geboten. Nach der etwas gemächlichen Anfangsphase ist die Geschichte anschließend durchweg temporeich, hat spannende Wendungen und bei all dem nerdigen Space-Spaß auch durchaus den ein oder anderen emotionalen Moment, sodass „Armada“ insgesamt zu einer sehr ausgewogenen und runden Angelegenheit wird, die wirklich genau meinen Geschmack getroffen hat. Wer „Ready Player One“ in erster Linie wegen seiner unzähligen Videospiel-Referenzen geliebt hat könnte von Ernest Clines zweitem Roman vielleicht ein klein wenig enttäuscht sein, weil es alles in allem wohl doch etwas mainstreamiger ausgefallen und nicht ganz so speziell ist, mir haben diese 349 Seiten aber einfach verdammt viel Spaß gemacht und ich bin unglaublich erleichtert, dass meine ungemein hohen Erwartungen nicht enttäuscht wurden. Noch ein kleiner Tip zum Abschluss: Mit der in der Geschichte mehrfach erwähnten und hinten im Buch abgedruckten „Raid the Arcade“-Playlist auf den Ohren macht das coole Space-Abenteuer nochmal ein bisschen mehr Spaß, denn alte Queen-, AC/DC- oder Scorpions-Klassiker wie „Another One Bites The Dust“, „T.N.T.“ oder „Rock You Like A Hurricane“ versetzen einen beim Lesen einfach in die perfekte Stimmung, um den Aliens mal so richtig in den Arsch zu treten.
Auch wenn einem das Buch "Ready Player One" sowohl auf dem Cover, im Nachwort als auch auf der letzten Seite als "Werbung" entgegen springt, halte ich es für falsch "Armada" und "Ready Player One" zu vergleichen. "Armada" ist ein Werk für sich und sollte als solches auch bewertet werden!Das Buch "Armada" ist fesselnd, unterhaltsam und enthält eine Fülle von Pop-Kultur-Reverenzen, die mich das ein oder andere mal grinsen ließen. Als Macross Fan fand ich schade, dass nur Robotech referenziert wurde. Und auch die kaum vorhandenen Stark Trek Referenzen (abseits von der Nennung des Namens und ein, zwei Nennung von Q) stimmten mich leider sehr traurig. Mag aber wohl daran liegen, dass Ernest Cline selber eher ein Star Wars Fan ist. Wohl aus diesem Grund spart er nicht an Star Wars Referenzen. Interessanterweise hauptsächlich aus der Ursprungs-Trilogie. Als alter Star Trek Fan würde ich sogar sagen, die JJTrek Referenzen waren nur im Buch um alten Trekkies weh zu tun *lach*Grundsätzlich scheint das Werk "Armada" eher auf dem Hollywood Niveau der Pop-Kultur-Referenzen zu sein. Viele sehr bekannte flache Referenzen ohne ausgehende Tiefe. Auch sonst wirkt das Buch als würde es direkt mit dem Gedanken einen Hollywood Film daraus zu machen geschrieben worden. Leider mit allen Cliches die Hollywood zu bieten hat. Von der obligatorischen Liebesgeschichte, dem super Hacker, dem unfähigen Militär bis hin zu Technobabble und unnötig komplizierten Vorgängen die vollkommen unpraktisch sind aber massiv cool aussehen und deswegen in Filmen gerne benutzt werden obwohl kein klar denkender Ingenieur jemals so einen Unsinn entwerfen oder bauen würde.Die Liebesgeschichte hätte man sich (meiner Meinung nach) vollkommen sparen können. Sie wirkte etwa so "natürlich" und "ungezwungen" wie in "Jurassic World". Auch verlieren viele Charaktere und das Setting an sich einiges an Glaubwürdigkeit mit der Zeit. Wissenschaftler die offensichtlichste Zusammenhänge nicht sehen wollen oder konnten. Das Militär welches mal wieder dumm ist und nicht auf Wissenschaftler hört oder hören will. Gerade im letzten Drittel des Buch verlor sich die Welt in Widersprüchen die nur durch absolute Unfähigkeit und Dummheit des Militärs und der Regierungen zu erklären wären. Generell wirkt das letzte Drittel des Buches sehr weniger weit ausgearbeitet als die ersten zwei Drittel. Und gerade die letzten 2-3 Seiten wirkten unglaublich gekünstelt und gezwungen.Eliezer Yudkowsky würde wohl sagen, dass das Buch keinen einzigen Level 1 Intelligenz Charakter besitzt.Konklusion:Ich habe so viel an dem Buch auszusetzen, und doch hatte ich einen unglaublichen Spaß es zu lesen und habe es in unter einer Woche verschlungen. Ich müsste lügen hätte ich einige Momente und Szenen nicht sehr dramatisch und traurig gefunden. Meine Kritik an dem Buch entstand viel mehr, nach dem ich das Buch zu Ende gelesen hatte und mir Gedanken darüber machte, was ich anders gemacht hätte (als Author).Das Buch lässt einen nicht mit einem Gefühl der Leere oder des Fragens zurück, sondern schließt nahe zu alle offenen Fragen. Auch sonst schlägt es einem nicht mit Moral und Ethik zu Tode und lässt einem nicht emotional zerrüttelt zurück. Das perfekte Buch für einen entspannten Abend.