★★★★★
k.A.
29.04.2026
ean-shopping.de
Ein wirklich fesselndes und eindringliches Werk, das einen unglaublichen Einblick in die letzten Tage des NS-Regimes und den Untergang einer Nation gibt. Die Geschichte ist sehr packend und lässt einen tief reflektieren.
★★★★★
k.A.
29.04.2026
ean-shopping.de
Grippend!
The End ist ein außergewöhnliches Buch, allerdings kein bahnbrechendes. Es enthält keine neuen Erkenntnisse, und viele von Kershaws Schlussfolgerungen finden sich in seinen früheren Werken. Außergewöhnlich ist vielmehr der Schreibstil des Autors. Nicht nur als Historiker, auch als Schriftsteller ist Kershaw hervorragend - eine Eigenschaft, die ich bei deutschen Historikern oft vermisse. Wer sich in seinem Fachgebiet besonders gut auskennt, läuft schnell Gefahr, reine Fachliteratur zu schreiben, mit verschachtelten Sätzen, endlosen Aneinanderreihungen von Zahlen und irrelevanten Details.Kershaw verliert nie den Blick für das Wesentliche und kommt immer wieder darauf zurück. Er schreibt verständlich, interessant, stellenweise sogar hochspannend, bleibt dabei aber stets wissenschaftlich objektiv. Es ist bemerkenswert, wie es ihm gelingt, klassische Fallen und Klischees seines Faches zu erkennen und zu umschiffen.Diese Fähigkeiten kommen Kershaw bei The End besonders zugute, ist das Buch doch eine 400seitige Chronik von Zerstörung, Wahn und Tod. Solche Werke können für den Leser schnell ermüdend werden. In der letzten Phase des Krieges waren die Opferzahlen so hoch, die Verbrechen so grauenhaft und die Zerstörungen so vollkommen, dass eine Annäherung schwierig ist. Indem er auf Einzelschicksale eingeht und zahlreiche Aussagen von Zeitzeugen in seinen Text einbaut, macht Kershaw das Grauen begreifbar und das Handeln der Akteure nachvollziehbar - der Machtträger und der Frontsoldaten, der Verbrecher und der Zivilisten.Kershaws Verdienst sind nicht neue Erkenntnisse, sondern die zutiefst menschliche Darstellung eines Untergangs, der gerne als "Götterdämmerung" bezeichnet wird, an dem aber, abgesehen von seltenen Handlungen Einzelner, nichts heroisch war. Stattdessen wurde das Ende des "Großdeutschen Reiches" auf deutscher Seite von Wahn und Kadavergehorsam, Angst und Ohnmacht bestimmt.
★★★★★
Hans-Ulrich Buehler
27.02.2024
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Toll recherchierter Bericht über das letzte Jahr der Nazi-Diktatur nach dem 20. Juni 1944.Es ist mit Abstand das schrecklichste Buch, das ich je gelesen habe. Das bezieht sich darauf, was das Buch beschreibt: den absoluten Terror, den die Nazis gegenüber allen ausübten, die auch nur den geringsten Zweifel am Sieg des Dritten Reiches hatten. Jedem, den die Geschichte des 20. Jahrhunderts interessiert, zu empfehlen!Very good documentation about the last year of the Nazi-regime and the terror that the Nazi exercised on those who had just the faintest doubt in the "Endsieg". A very impressive - but also terrible - book. I can absolutely recommend it.
Das Buch beginnt mit einem schrecklichen Fallbeispiel: In einem kleinen bayrischen Dorf wird ein junger Mann, der durch Kontakte mit den heranrückenden US-Truppen eine Katastrophe vermeiden will, vom örtlichen Wehrmachtskommandanten und der örtlichen NSDAP-Führung unter tatkräftiger Mithilfe der Bevölkerung auf grausamste Weise als "Verräter" hingerichtet. Unmittelbar nach der Tat leisten die Täter jedoch selbst keinen Widerstand gegen die US-Soldaten, sondern fliehen.Die Ausgangsfragen des Autors: Warum leisteten die Deutschen bis zur Kapitulation 1945 teils erbitterten Widerstand und warum kam es bis zum Schluss zu Terrorexzessen gegen rassich verfolgte and politisch Andersdenkende? Warum brach der Staatsapparat nicht zusammen? Warum gab es nicht wie 1918 eine Meuterei der Soldaten und eine nachfolgende zivile Revolte?Diese Fragen versucht Kershaw zu beantworten, indem er die Zeit zwischen dem gescheiterten Attentat vom 20. Juli 1944 und der Kapitulation im Mai 1945 vor allem anhand von Tagebucheinträgen, offiziellen Verlautbarungen und Berichten der Gestapo zur inneren Situation im Reich untersucht.Da ich die exzellente Hitler-Biografie von Ian Kershaw genossen habe, war ich auf dieses Buch sehr gespannt, nicht zuletzt weil mich die Grundfrage auch stets gewundert hat. Vielleicht habe ich darum auch zuviel erwartet, aber letztlich hat mich das Buch und Kershaws Thesen enttäuscht.Kershaw stellt die Bemühungen der Staats- und Parteiführung zum totalen Krieg und vor allem die charismatische Wirkung Hitlers als Fixpunkt des Staates in den Mittelpunkt seiner Argumentation.Dabei kommen mir die einfachen Menschen und ihre Motivation viel zu kurz. Letzlich liefert Kershaw nur die in der historischen Wissenschaft bekannten Argumentationen: Ideologische Indokrinierung, Angst vor der heranrückenden Roten Armee, Angst vor dem NS-Terror und eine obrigkeitsgläubige Lethargie liessen die Soldaten der Wehrmacht und die Bevölkerung bis zuletzt im Sinne des NS-Regimes funktionieren.Durch die starke Fixierung des Buches auf das Handeln der NS-Führungspersonen Speer, Goebbels, Himmler und Bormann und die Person Hitlers lässt sich vieles erklären, aber nicht warum einfache Menschen bis zum Schluss bereit waren, andere zu töten, die dem sinnlosen Krieg ein Ende bereiten wollten. Die Antwort hierauf bleibt Kershaw letztlich schuldig, vielleicht gibt es ja auch einfach keine Antwort auf diesen Wahnsinn.Bie Bewertung fällt mir schwer. Für mich als Historiker mit viel Grundwissen über die Zeit war das Buch wenig innovativ. Der normale Leser dürfte das ganz anders empfinden. Was Kershaw kann, ist Historie lebendig und pointiert zu beschreiben. Auch schreibt er ausgesprochen objektiv, wenn er als englischer Historiker z.B. auch deutlich die Bombardierung Dresdens als Grund fürvden deutschen Durchhaltewillen benennt. Wer also sich erstmals über die Zeit informieren will, der erhält sicher ein hochinformatives Panorama, das ihn die Endphase des 2. Weltkrieges in Deutschland besser verstehen lässt. Deswegen noch 4 Sterne.Noch ein Wort zur kindle-Version: Gut aufbereitetes E-Book, bei dem mich vor allem die Möglichkeit begeistert hat, durch einfaches Berühren des Bildschirms schnell zu den umfangreichen) Fußnoten zu springen. Leider ist der Bildteils im E-Book nur schlecht wiedergegeben.