Spannende Fortsetzung des ersten Teils, hat mir sehr gut gefallen. Ist nicht sehr schwer geschrieben und somit hatte ich auch mit mehr oder weniger beschränkten Englischkenntnissen meinen Spaß.
Der Amerikaner Rick Yancey hat seine Leser bereits in “The 5th Wave”, dem Auftakt seiner gleichnamigen Sci-Fi-Trilogie, mit einem erschreckenden Szenario konfrontiert, doch bereits die ersten vier Seiten der Fortsetzung “The Infinite Sea” deuten an, dass die Aliens noch längst nicht das Ende ihres Terrors erreicht haben. Nach dem schockierenden Prolog springt die Geschichte dann zu den aus dem ersten Band bekannten Protagonisten, die gerade erst aus der Gewalt der Invasoren entkommen sind und sich nun auf der Flucht befinden. Allerdings hat die Gruppe um Cassie Sullivan schwere Spuren davon getragen und befindet sich in keiner guten Verfassung, um der außerirdischen Macht die Stirn bieten zu können. Zudem hat nahezu jeder der Überlebenden eine andere Ansicht, wie man nun am besten zu verfahren hat und so landet man als Leser gleich zu Beginn in einer sehr angespannten Situation, in der die Nerven bei den Charakteren spürbar (und verständlicherweise) blank liegen.Viel Zeit zum Diskutieren bleibt aber nicht, denn Yancey knüpft nahtlos an das Tempo seines Vorgängers an und bietet auch in “The Infinite Sea” wieder rasante Action ab der ersten Seite, in der sich die Situation der jungen Truppe von Kapitel zu Kapitel weiter verschlechtert. Etwas unerwartet liegt der Fokus in der ersten Hälfte des Buches nahezu ausschließlich auf der Gruppe um Cassie, Zombie und Co., wer nach dem explosiven Ende des ersten Bandes auf weitere Alien-Szenen und vor allem mehr Hintergrundinformationen zu dem Grund für deren schrittweise Auslöschung der Menschheit gehofft hat, der muss sich zunächst noch ein wenig gedulden. Eine weitere Überraschung liefert Rick Yancey bei der Wahl der Erzählperspektiven, denn während in “The 5th Wave” noch ausführlich Cassie Sullivan, ihr kleiner Bruder Sammy oder “Silencer” Evan Walker im Mittelpunkt standen, müssen diese in der Fortsetzung deutlich zurückstecken und zu großen Teilen anderen Charakteren das Feld überlassen. Die größte “Beförderung” kommt dabei der resoluten Ringer zuteil, deren Handlungsstrang ungefähr die Hälfte des Buches einnimmt und die sich von der wenig beachteten Hauptfigur schnell zur furiosen Heldin des Widerstandes entwickelt. Fans von Cassie und Evan werden darüber vielleicht nicht ganz so erfreut sein, allerdings ist Ringer meiner Meinung nach eine wirklich mehr als würdige Vertretung und stellt Cassie in manchen Stellen sogar in den Schatten. Ein weiterer Vorteil: Die im ersten Band manchmal etwas lästige Romanze zwischen Cassie und Evan liegt in “The Infinite Sea” erst einmal auf Eis, was einen aber keinesfalls zu der Annahme verleiten sollte, dass es im zweiten Teil weniger emotional zugehen würde.Denn während Rick Yancey seine Geschichte in der ersten Hälfte noch souverän, aber ohne die ganz großen Höhepunkte weitererzählt, nimmt der Wahnsinn im Schlussdrittel seinen Lauf. Endlich liefert der Autor ein paar Antworten, die zum Teil aber so verstörend sind, dass man diese vielleicht dann doch lieber nicht bekommen hätte. In nur wenigen Abschnitten stellt Yancey fast die gesamte Handlung auf den Kopf und liefert einen Plottwist, der sich wirklich gewaschen hat und den man wohl so schnell auch nicht verarbeiten wird. Ich war nach den letzten Seiten mit dem Gelesenen tatsächlich ein wenig überfordert und musste einzelne Passagen noch mehrmals wiederholen, um die Enthüllungen wirklich in ihrem vollen Ausmaß greifen zu können. “The Infinite Sea” ist also weit von einem typischen und oft eher halbgaren Übergangsbuch einer Trilogie entfernt und mindestens so stark wie sein Vorgänger. Wenn man nach dem dramatischen Finale erst einmal ein wenig durchgeschnauft hat, wird man sich mit Sicherheit umgehend den finalen Band herbeisehnen – selbst wenn man nach all den bisherigen Ereignissen vor dem Ende der Reihe vielleicht auch ein wenig Angst hat…
Oh mein Gott, wie sehr habe ich auf dieses Buch gewartet. Natürlich hatte ich extrem hohe Erwartungen nach dem grandiosen Auftakt der Reihe rund um eine Außerirdischen-Invasion und den Überlebenskampf der letzten Menschen.Zunächst muss ich sagen: Das Cover ist wirklich wunderschön!Gespannt fing ich an zu lesen und schon auf den ersten Seiten merkte ich zwei Dinge:1. Ich hätte das erste Buch wirklich vorher Re-readen sollen. Wirklich, ich empfehle es euch: macht das unbedingt, bevor ihr dieses Buch lest. Ich wusste so gut wie nichts mehr und der Autor hat sich nicht mit Wiederholungen aufgehalten.2. Rick Yanceys Schreibstil ist wirklich anspruchsvoll. Schön, aber ziemlich hohes Englischniveau. Ich hatte teilweise Probleme, ihm zu folgen und das habe ich sonst nie.Dieser zweite Teil ist meiner Meinung nach auf einer noch viel höheren philosophischen Ebene angesiedelt. Es geht auch generell darum, wozu die Menschheit fähig ist und was passiert, wenn man Menschen ihrer Menschheit beraubt.Im Nachhinein muss ich sagen, so wahnsinnig viel passiert irgendwie gar nicht. Also es passiert irgendwie schon was, aber das bringt uns nicht wirklich weiter. Inhaltlich war ich nicht so wirklich zufriedengestellt.Was für mich überraschend war, ist dass ca 80% des Buches aus Ringers Sicht ist. Damit hätte ich nicht gerechnet, aber ich mochte Ringer sehr gerne. Sie ist eine unglaublich starke Person und endlich bekommen wir mal die Chance, in ihren Kopf zu gucken.Außerdem gibt es zwei kurze Abschnitte aus Poundcakes Sicht. Ihr wisst schon, der Junge, der nie spricht. Endlich weiß ich auch, warum.Zum Glück bleibt die Todesrate in diesem Buch recht niedrig. Trotzdem mangelt es nicht an Action. Auch wenn der Anfang noch etwas schleppend war, geht es dann in Ringers Teil richtig los. Was da passiert, hat mich ziemlich gefesselt und ich wollte vor allem endlich Antworten bekommen.Ein paar ganz wenige kriegen wir vielleicht, aber es tauchen doppelt so viele neue auf.Am Ende stellt Ringer eine Vermutung an, die nochmal alles ändern würde, wenn sie stimmt. Aber natürlich lässt uns der Autor nur vermuten und…gaaah!Fazit:Natürlich ist dieses Buch ein Muss, wenn ihr die 5.te Welle gelesen habt. Allerdings würde ich hier tatsächlich empfehlen auf die deutsche Übersetzung zu warten (der Übersetzer tut mir jetzt schon leid), denn die Sprache ist doch eher schwer. Außerdem solltet ihr unbedingt vorher die 5.te Welle nochmal lesen, um das Buch einfach mehr genießen zu können.Insgesamt kann ich nicht sagen, dass mich das Buch enttäuscht hat. Es hat mich auch nicht überwältigt, so wie das beim ersten Buch der Fall war. Aber als Fortsetzung war es ganz okay. Ich kann jetzt bloß nicht mehr abwarten, bis der dritte Teil erscheint…