Die 15-jährige Lara Marteinsdottir arbeitet 1956 auf der Insel Videy für das vermögende und einflußreiche Ehepaar Olöf Blöndal und Ottar Oskarsson in den Sommerferien. Bis sie scheinbar spontan die Stelle aufgibt und von der Insel verschwindet. Kristjan Karlsdottir, der ermittelnde Beamte, kommt nicht wirklich voran in seinen Ermittlungen - auch, weil er die beiden Arbeitgeber nicht so eingehend befragen kann, wie er es gerne möchte.Als sich der Tag von Laras Verschwinden zum 30. Mal wiederholt, beginnt der Reporter Valur Robertsson dem Fall erneut hinterher zu recherchieren, wobei er zunächst nur Althergebrachtes wiederkäuen kann. Doch dann bekommt er einen entscheidenen anonymen Hinweis.Vor dem Hintergrund der 200-Jahrfeier der Stadt Reykjavik und dem Treffen von Präsident Ronald Reagan und Generalsekretär Michail Gorbatschow in der Stadt läuft eine Ermittlung an, die erst sehr aussichtslos erscheint und sich dann immer mehr zuspitzt. Der etablierte Krimiautor Jonasson und die Premierministerin Jakobsdottir haben hier einen wohl konstruierten und spannenden Krimi vorgelegt, der sicherlich auch eine gute kleine Fernsehserie abgeben würde.
Eine interessante und handwerklich gut gemachte Story. Gerade die historischen Rückblicke sind interessant für alle, die sich fürs Land Island interessieren. Leider lässt die deutsche Übersetzung die Klarheit und Präzision des Originals vermissen. Was mich als jemand, der ein bisschen Isländisch spricht, auch stört, sind die grammatischen Fehler, die sich hier immer mal wieder einschleichen. Namen, die im Isländischen weiblich sind, wie der Vulkan Esja zum Beispiel und die damit auch eine tiefere Bedeutung (zum Beispiel als Mutter der Vulkane) haben, werden hier einfach ver-männlicht. Bei btb Büchern kommt das sonst nicht vor. Daher war ich ein bisschen überrascht. Da ich das Hörbuch hörte, störten mich auch die vielen Aussprachefehler der isländischen Begriffe und Namen - zugegeben - Isländisch ist eine seltene Sprache und vielen fällt die schwedische Aussprache mancher Begrifflichkeiten vielleicht nicht auf. Da das Buch aber prominent vermarktet wird, wundert mich hier doch die mangelnde Sorgfalt. Für alle, die mehr über Islands Geschichte erfahren möchte und Joachim B. Schmidts tolle Romane bereits ausgelesen haben, oder die sich bei Arnaldur Indridarsons wiederholenden Krimi-Erzählmustern langweilen, genau das Richtige.