Wo "Harry Potter and the Chamber of Secrets" bereits ein Schritt in eher erwachsenes Gebiet war und düsterer wurde, so schreitet The Prisoner of Azkaban noch weiter in diese Richtung. So ist der Roman zu einem der einzige ohne Voldemort oder zumindest ohne dessen direktes Zutun, zum anderen haben wir keinen wirklichen Bösen in dieser Story. Man denkt die ganze Zeit über, dass Sirius Black der Böse sei und ein Massenmörder, was noch verstörrender wird, nachdem wir erfahren, dass er Harrys Patenonkel ist, aber am Ende ist er doch kein Massenmörder, dass war Peter Pettigrew, Rons Ratte, aber auch er ist nicht richtig böse, er hatte nur Angst vor Voldemort und den Todessern und war ein Feigling, anders als seine heldenhaften Freunde, und war nicht von Grund auf Böse. Er flieht auch hier nur wieder, weil er ein Feigling ist. Snape will Lupin immer wieder etwas in die Schuhe schieben, aber auch dies ist nicht böse und beide sind auf der richtigen Seite. Snapes Motiv ist Rache, aber er will die beiden nicht töten, sondern der, in seinen Augen, gerechten Strafe der Justiz zuführen. Das macht Snapes Charakter tiefer als er zuvor war, auch wenn wir bereits aus Band 1 wissen, dass er doch eine gute Seite an sich hat, die aber in Band 2 eigentlich nie durchschien.Auch was die anderen Charaktere angeht, hat Rowling herausragende Arbeit geleistet: Die drei Hauptcharaktere werden erwachsener, Harry stürtzt sogar in eine kleine Krise und ist für einige Zeit nur noch auf Rache besinnt, als er erfährt, was Sirius angeblich getan hat. Man konnte genau verstehen, warum Harry, was tun wollte und was mit ihm los war. Genauso wie er sich gefühlt haben muss, als ihn alle aufgezogen haben. Man hat Mitleid mit ihm, das gesamte Buch hindurch. Hermoine und Ron sind ebenfalls gut getroffen und funktionieren dieses Mal noch mehr als Harrys Gewissen, besonders in der Sache Black. Die Beziehung zwischen den beiden wird auch weiter entwickelt und so ist ihre kleine Streiterei bezüglich ihren Haustieren nur eine Vorschau auf das, was uns mit ihren Charakteren noch erwartet. Draco ist natürlich so böse wie immer, aber es zeigt sich immer mehr, dass er dies nicht ist, weil er einfach nur böse ist, sondern weil er einfach verzogen ist. Lupin ist ein großartiger neuer Charakter und als Werwolf trägt auch eine Last mit ihm herum, die ihn zu einem tragischen Charakter macht. Alle Charaktere in dem Roman sind wunderbar getroffen, man kann sie alle nachvollziehen und Rowling schafft es tatsächlich den gesamten Roman über in ihren Lesern ein Ekel und eine Wut auf Sirius zu erwecken und aufzupeppeln und dieses in einem einzigen Kapitel in Sympathie und Mitleid umschwängen zu lassen. Nur wirklich großartige Charakterschreiber sind zu so etwas in der Lage.FAZIT: Noch erwachsener als der Vorgänger, was gut ist, tolle Charaktere und großatige Schreibkunst tun ihr übriges um den dritten Band zum bis dahin besten zu machen und zu einem Buch, dass man wirklich mal gelesen haben sollte.