Einer der besten und beeindruckendsten Romane, den ich seit langer Zeit gelesen habe. Orwell war selbst für einige Zeit in Burma und schafft es, die kleine Stadt, über die er schreibt, zu mir nach Hause zu bringen. Ich konnte die Luft, die Pflanzen, die Tiere und die Menschen riechen, fühlen und schmecken, ich roch ihre Speisen, ich sah ihre Gewänder und fühlte die Möbel unter mir, auf denen sie saßen. Ich sag ganz deutlich das Bild von Burma, das Orwell mir vermitteln wollte. Ich sah die unglaublich widerlichen und angewiderten britischen Kolonialbeamten, die sich an Burma bereicherten, sich im Recht und den indischen Einwohnern unendlich überlegen fühlten. Ich litt mit dem einen mit, der gern anders sein wollte und es doch nicht sein konnte. Ich spürte die Hilflosigkeit, Unterwürfigkeit und falsche Bewunderung mancher Burmesen. Ich sah die durch Schönheit überdeckte Dummheit und durch den Geist der Zeit unterdrückte weibliche Intelligenz. Ein beeindruckendes Buch, das noch lange nachwirken wird.
Das Buch bietet einen sehr guten Einblick in die britische Kolonialzeit im Gebiet des heutigen Myanmars. Bestimmt ganz interessant als Reiseliteratur für genau diese Region.Besonders aufschlussreich finde ich die Beschreibung der britischen Gesellschaft, bzw. der Teile der Gesellschaft, welche es damals in solche fernen Länder verschlug. Es gibt gewisse Parallelen auch zur heutigen Expat-Schicht im Ausland, was Motivation o.ä. angeht. Selbst in unserem globalisierten Zeitalter, welches kurze Reisezeiten über viele tausend Kilometer für einen mit damaligen Verhältnissen günstigen Preis ermöglicht, werden sich ähnliche persönliche Hintergründe für das Verlassen der Heimat wiederfinden, egal ob beim Student oder bei von einer Firma / Institution entsandten Person.Das Buch spiegelt auch den Habitus und das Weltbild der Briten der damaligen Zeit wider, besonders das stete Bestreben zu Exklusivität bzw. Abgrenzung bis hin zur Erniedrigung der lokalen Bevölkerung.Fazit: Sehr gutes Buch über Zeit, britische sowie lokale Gesellschaft zur Kolonialzeit des heutigen Myanmar.