Mit vor allem in den letzten beiden Abschnitten gesteigerter Rhetorik schafft es Cicero zumindest zeitweise, der stoischen Lehre von der Unberührtheit des Weisen durch die Leidenschaften eine solche Durchschlagkraft zu verleihen, daß der empfängliche Leser sich ziemlich schnell beruhigt, so er denn aufgewühlt gewesen sein sollte. Es geht um den Tod, um den Schmerz, um den Kummer und die Leidenschaften und über den Vorrang der Tugend, die das höchste bzw. das einzige alle Güter darstellen soll.Schwachpunkt ist eine extreme Überschwemmung mit historisch-mythologischen Beispielen, die zuweilen zäh wirkt, vor allem dann, wenn Ciceros Kommentierung dieser Ereignisse etwas kryptisch ausfällt; dazu ist der römische Geist von Ehre, Ruhm, Vaterland etc. nicht mehr immer nachvollziehbar. Und auch sonst (vor allem am Anfang und in der Mitte) geht er teilweise sehr umständlich vor - die Stärke des Werks tritt, wie gesagt, gegen Schluß glänzender zutage.