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★★★★★ Michael Dienstbier
Begonnen im Kaiserreich, beendet in der jungen Bundesrepublik, nehmen "Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull" eine besondere Stellung im Werk Thomas Manns ein. Zwischen 1913 und 1950 ruhte die Arbeit an diesem Roman, der ihn jedoch nie so ganz losließ, wie zahlreiche Tagebucheinträge und deutlich erkennbare Parallelen zu anderen seiner Werke bezeugen. Auch bei der 1954 veröffentlichten, bis heute aktuellen Version handelt es sich lediglich um ein Fragment, welches mit dem dritten von geplanten sechs Büchern endet. "Felix Krull" ist ein auf der Oberfläche heiterer Roman, der von der Kritik in den fünfziger Jahren weitestgehend begeistert aufgenommen wurde und sich bestens verkaufte. Die Geschichte eines Filous, der es mit dem Gesetz nicht ganz so genau nimmt, ohne dabei aber jemandem ernsthaft zu schaden und den Härten des Daseins stets mit einem Lächeln und einer unerschütterlichen Lebenslust begegnete, paßte perfekt zur Stimmungslage im Nachkriegsdeutschland am Beginn der Wirtschaftswunderjahre. Die teils bittere Kritik an der Heuchelei und Oberflächlichkeit der gesellschaftlichen Zustände ging dabei ein wenig unter und ist heute aktueller denn je."Aber die Menschen [...] wollen das Sichtbare, den Augenschein, das Sinnbild und tragbare Ehrenzeichen, und ich schelte sie nicht deswegen, ich bin voll milden Verständnisses für ihre Bedürftigkeit". (392) Und dieses Verständnis, diese Menschenkenntnis zahlt sich für unseren Schelm aus. Er erkennt die innere Leere und Schwäche seiner Zeitgenossen und nutzt sie für sich aus, sich immer perfekt in das Bestehende einfügend, dabei aber stets eine freundlichen Gleichgültigkeit gegenüber den gerade angesagten Moralvorstellungen behaltend. Zuhälter in Frankfurt, Dieb, Liftboy und Hotelkellner in Paris, adeliger Weltreisender in spe in Lissabon – durchaus bewundernd verfolgt der Leser die steile Karriere Felixens, die er uns selbst vierzigjährig in der Rückschau zum besten gibt. Dabei sind seine Darlegungen mit Vorsicht zu genießen. Kann man einem Gauner, der dauernd betont, nur wahrheitsgemäß Bericht abzustatten über sein spektakuläres Leben, trauen? Oder sind seine Bekenntnisse nur der vorläufige finale Höhepunkt seiner Betrügereien? Werden wir über 400 Seiten hin eingelullt und manipuliert? Dieses Spiel mit der (Un)zuverlässigkeit des Ich-Erzählers macht nicht zuletzt den ewigjungen Charme des Romans aus.Dazu kommen Szenen, die für sich stehend zu den ganz großen Szenen der Literaturgeschichte gehören. Hierzu gehören das Oscar-würdige Schauspiel, daß er der zuständigen Kommission vorführt, um ausgemustert zu werden und die denkwürdige Liebesnacht mit der züchtigungsbedürftigen Madame Houpflé im Pariser Hotel, die den adretten Liftboy-Jüngling mit einem "Duze mich derb zu meiner Erniedrigung!" (204) verführt. Allein für diese Szene im allgemeinen und diesen grandiosen Satz im besonderen hätte man Thomas Mann den Literaturnobelpreis gleich noch einmal verleihen sollen.Die Große kommentierte Frankfurter Ausgabe läßt wie gewohnt keine Wünsche offen. Der erste Band beinhaltet den Roman in seiner endgültigen Form. Der Kommentarband – mit knapp 900 Seiten doppelt so umfangreich wie die Erzählung selbst – umfaßt die für den "Felix Krull" besonders bedeutende Entstehungsgeschichte, die von Mann benutzten Quellen und weitere Einflüsse, die Rezeptionsgeschichte des Romans und einen umfangreichen Stellenkommentar, im Verlaufe dessen auch relevante Leitmotive erläutert werden. Der Krull-Stoff ist zeitlos, was seine anhaltende Popularität und Rezeption erklärt. Dieses Jahr soll eine weitere, bereits abgedrehte Filmversion in die Kinos kommen. Prominente Namen wie Daniel Kehlmann (Drehbuch) und Detlev Buck (Regie) konnten hierfür gewonnen werden. Besonders gespannt darf man aber auf Maria Furtwängler in der Rolle der Madame Houpflé sein.
Elektromotoren & -teile EAN 9783100483454

Mann, Thomas: Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull. Große kommentierte Frankfurter Ausgabe. Text und Kommentarband

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Produktfakten auf einen Blick zur EAN 9783100483454

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9783100483454
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1545150
Kategorie
Elektromotoren & -teile
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Produktbeschreibung

Kein anderes Werk hat Thomas Mann über einen so langen Zeitraum beschäftigt wie die Hochstaplergeschichte von Felix Krull. Begonnen 1910, erschien der Roman 1954 und begleitete damit beinahe das gesamte schriftstellerische Leben des Autors. Aus dem reichen Material, das Thomas Mann in mehr als vier Jahrzehnten zusammengetragen hat, schöpfen die Herausgeber dieser Edition alle wesentlichen Fakten und erschließen den kompletten Horizont, der zu der ebenso vergnüglichen wie literarisch beeindruckenden Komposition des Romans führte. Zum ersten Mal wird die komplexe Überlieferungslage systematisch
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