Nina und Franziska kennen sich schon seit der Schulzeit und sind beste Freundinnen. Sie leben im selben Haus und haben gemeinsam den Klub der Spinnerinnen gegründet, dem nur Frauen mit einer speziellen Macke beitreten durften.Als Nina eines Tages ihres Handtasche verliert und sie ihr von einem unsympathischen Mann zurückgegeben wird, der sich nicht mit einem normalen Finderlohn abfinden will, ist Franzis Loyalität gefragt. Und in dem ganzen Chaos stellt sich dann auch heraus, dass der Klub der Spinnerinnen es faustdick hinter den Ohren hat…Ingrid Noll schreibt so gute Bücher und als ich „Tea Time“ entdeckt habe wurde mir klar, dass ich schon ewig nichts mehr von ihr gelesen habe - also habe ich den Roman gleich mitgenommen.Die Autorin versteht es, Situationen aufs verworrenste zu inszenieren, dabei die böse menschliche Natur in den Mittelpunkt zu stellen und das Gesamtwerk mit so viel Humor zu versehen, dass es einzigartig wird.Auch bei „Tea Time“ ist das wieder exzellent gelungen.Immer wieder kommt es zu den schrägsten Situationen und man denkt sich als Leser „Jetzt muss doch alles ausfliegen!“ und das tut es natürlich nicht…stattdessen entsteht ein Gebilde aus Verwicklungen, Missverständnissen, bewussten Täuschungen und etlichen Irreführungen, die sich manchmal kaum ertragen lassen.Und immer ist eine Prise Humor mit dabei, was das Lesen sehr leicht und unterhaltsam macht.Ich fand die Geschichte gelungen, fand aber, dass manche Stellen ein paar mehr Details gebraucht hätten, obwohl die Story insgesamt rund und verständlich ist. Das ist also nur eine persönliche Präferenz.Romane wie diese sind Kunstwerke. Sie schrecken nicht davor zurück den Menschen in allerlei dunklen Facetten zu zeigen und erlauben sich, damit ihren Schabernack zu treiben. Ingrid Noll kann das besonders gut und ich kann ihre Romane nur empfehlen!Hier vergebe ich 4 von 5 Sternen.
Ich liebe die Ingrid Noll Bücher und den unnachahmlichen Schreibstil. Dem Schreibstil ist sie in diesem Buch treu geblieben, so geraten "altmodische" Worte und Sprüche nicht in Vergessenheit. Immer wieder ein Genuss. Die Geschichte selbst war jedoch gar nicht fesselnd, keine/r der Protagonisten konnte überzeugen, ich habe nicht "mitgebibbert", habe auch immer auf einen Spannungsbogen oder eine Wendung der Geschichte gewartet, leider vergebens. Auf einmal war das Buch zu Ende. Hoffentlich gelingt es Frau Noll, noch einmal an ihre wirklich tollen Bücher anzuknüpfen und ich wünsche mir sehr, dass Sie trotz Ihres Alters noch mehr Romane schreibt. Werde trotz dieses schwachen Buches immer ein treuer Fan bleiben.