Ich habe mich sehr gefreut, dass dieses Buch auf den Markt kam - irgendwie scheint man als Hundebesitzer heutzutage ganz schön unter Druck zu stehen. Das ist inzwischen vergleichbar mit Kinder aufziehen ... Ich hatte mir ein wenig Entlastung erhofft.Leider hält das Buch sein Versprechen kaum. Wo ist denn jetzt das Ungesunde? Was lasse ich weg, was ist überflüssig? Wo ist die Kritik, außer diejenige, die in Allgemeinplätzen geäußert wird (Hunde sind überfordert bei zu viel Reizen).Die einzige Begrenzung für Beschäftigung mit Hunden steht irgendwo ganz hinten, ganz kleingedruckt: Mehr als 70 bis 80 Minuten Beschäftigung mit dem Hund sollten es pro Tag nicht sein. Nun ja, das ist dann für mich sehr ungesund. Man rechne kurz: 2 bis 21/2 Stunden pro Tag Spazierengehen. Plus 70 bis 80 Minuten Beschäftigung. Diverse Spiele, die jeweils ein paar Minuten dauern, aber auch Vorbereitungszeit brauchen (Leckerli verstecken, einpacken, Parcours aufbauen, etc). Futter darf ich dazu zählen - puh! Immerhin 3 Minuten geschunden. Also sagen wir man nur zwei Stunden spazierengehen, 70 Minuten Beschäftigung plus nur 35 Minuten Vorbereitung - sind 4 Stunden!! In einem Mehrhundehaushalt verdoppelt sich das zwar nicht, aber dann doch lockere 6 bis 7 Stunden. Da hätte ich das Buch lieber nicht gelesen.Abgesehen davon fand ich die verhaltensbiologischen Erklärungen gut - manches davon mir noch nicht bekannt (dies muss natürlich kein Maßstab sein). Spielvorschläge sollten fast jedem, der sich schon mal mit Hundespielen beschäftigt hat, bekannt sein - da wird kein Rad neu erfunden. Wirklich albern fand ich die Vorschläge, einen Riechgarten oder Fühlpfad für Hunde anzulegen - Gott sei Dank hat mein Garten Blumen und die Hunde dürfen daran schnüffeln. Ich sehe schon die Nicht-Gartenbesitzer Blumentöpfe zurechtpflanzen, um sie dem Hund vor die Nase zu halten. Ob sich an diesem Beispiel das Aufwand-Nutzen-Verhältnis lohnt?Die für mich wichtigste Aussage: Die vielzitierte nötige Auslastung des Hundes gibt es so nicht und ist eine Modeerscheinung. Dies wird logisch und einsichtig erklärt. Und das hat mich erleichtert - dafür gibt es drei Sterne und nicht nur zwei.