4 schwedischen Staatsbürger wird erlaubt durch Pol Pots Kampuchea zu reisen und sich selbst ein Bild über das Land zu verschaffen. Als sie zurückkommen sind sie begeistert und haben nichts von irgendwelchen Verbrechen oder schlechten Lebensbedingungen gesehen. Wie kann das sein?Mit dieser Frage geht der Autor an sein Werk heran. Er sucht Kontakt zu den damaligen Reiseteilnehmern, recherchiert in allen möglichen Archiven und ist auch selbst vor Ort in Kambodscha.Mir hat das Buch sehr gut gefallen, der Autor geht an das schwierige Thema heran ohne im Vorfeld zu verurteilen, aber auch ohne Naivität.Ein interessanter und gut recherchierter Bericht zu einem traurigen Kapitel der Geschichte.
In „Pol Pots Lächeln“ von Peter Fröberg Idling geht es um eine Reise von vier schwedischen Linksintellektuellen im Jahr 1978 nach Kambodscha, dem Land, in dem die Roten Khmer, eine linksextreme, maoistische Organisation, gerade einen kommunistischen Musterstaat errichteten und dabei ca. 2 Millionen Menschen, ein Viertel der Bevölkerung, umbrachten.Die Reisegruppe bekam von dem Massenmord nichts mit, so sagen sie. Die Schweden waren angetan vom Neuaufbau des Landes, von den wohlgenährten, freundlichen, offenen Menschen und dem Bau neuer Staudämme, Fabriken und Plantagen.Idling will untersuchen, woran es lag, dass die Reisegruppe nichts mitbekam. Er geht behutsam vor, klagt nicht an, versucht zu verstehen. Es ist eine nicht zuletzt literarisch überzeugende Reportage entstanden. Wie Mosaiksteinchen setzt er aus Interviews in Schweden und in Kambodscha, mit Tätern und Opfern, dem Studium von Fachliteratur, aus eigenen Reiseeindrücken und Reflexionen ein Bild zusammen. Als Leser verfolgt man die Entstehung des Bildes quasi mit.Was das Buch über seinen Gegenstand hinaus bedeutsam macht und beim Leser Spuren hinterlässt: Die Selbstbefragung des Autors. Wie hätte er sich verhalten? Hätte er erkannt, dass etwas nicht stimmen kann, dass ihm etwas vorgespielt wird?