"Der Hund aus Terracotta" reicht nicht ganz an "Die Form des Wassers" und "Die Stimme der Violine" heran, schlägt aber das Meiste, was aus der Feder bzw. Tastatur anderer Krimiautoren kommt, immer noch um Längen.Mich irritiert eigentlich gar nicht, dass mitten in einem aktuellen Fall ein ganz anderer, 50 Jahre zurückreichender Faden aufgenommen wird - die Sache wird dadurch spannend, auch wenn die in ein paar Sätzen vorgenommene Abhandlung der ursprünglichen Story vielleicht etwas unbefriedigend wirkt.Aber am Ende des Romans scheint, ungewohnt bei Camilleri, ein bisschen die Luft heraus zu sein. Der wirkliche "Knaller" kommt nicht.Für Camilleri-Neulinge: Man könnte Camilleris Commissario Montalbano mit einigen Zugeständnissen wohl als einen mediterranen Wallander auffassen, ähnlich kauzig wie die Figur aus Schweden, doch eingebettet in das mehr spielerische, sizilianische Ambiente, das die Romane sehr stark prägt. Übrigens sind die Bände hervorragend übersetzt, der spezielle Humor geht nicht verloren, und die optische Aufmachung der Cover ist sehr ansprechend.