Ein Buch als Briefwechsel zu verfassen, hat natürlich einige Vorteile. - Für die Autorinnen jedenfalls. Sie brauchen sich nicht abzusprechen, kein inhaltlicher Aufbau ist nötig, es reicht, Gedanken nur anzureißen - die LeserInnen sind ja nur Zaungäste eines intimen Gesprächs. Erklärungen oder Zusammenhänge darf man sich nicht erwarten.Das Geplauder der beiden verkommt zum Geplapper. Alle Menschen sind schlecht, Männer sowieso, und emanzipierte Frauen lavieren alle am Rande des Zusammenbruchs. Punkt. Und wenn doch eine auftaucht, die behauptet, zufrieden zu sein mit Job und Kindern, dann lügt sie. Maya Onken lässt nur ihr eigenes Modell gelten: Perfektionismus in allem, maximale Forderungen an alle, scharfe Richterin über alle anderen Ansätze. Sie übersieht dabei, dass sie lediglich das Joch der Hausfrau eintauscht gegen das Diktat des Jobs. Maya lebt offenbar in ständiger Angst um ihre Karriere, auf den Chef kann man schimpfen, aber dennoch muss die ganze Familie sich seinen Forderungen nach Zeit, Aussehen und Sonderterminen unterordnen. Emanzipation, die zu tun hat mit Unabhängigkeit, ist das nicht.Gut gefallen haben mir Julias Versuche, durch Verweise auf die eigene Geschichte Maya zu etwas mehr Offenheit zu bewegen. Sie stellt sich gelegentlich in die Reihe der Geächteten und spricht von ihrer eigenen Entwicklung. Das zumindest macht Mut.Wer einen Beitrag zu lebenswerten Familienmodellen sucht, Tipps für den Familienalltag oder einfach ein gelungenes Beispiel, wird enttäuscht sein.Zu lesen, meine ich, am besten so, wie es geschrieben wurde: Kurz vor Mitternacht, nach einem 16-Stunden-Tag.
...aber nicht wirklich Aufregendes; hier gibt es nicht viel Neues zu erfahren.Mutter und Tochter Onken im Briefwechsel,manchmal amüsant,anklagend,ironisch,vorwurfsvoll,oft voller Verständnis und Mitgefühl.Es geht hauptsächlich um das ständige "Jammerthema"-bin ich die" arbeitende karrieregeile Rabenmutter",die ihre Kinder fremdbetreuen lässt,oder das "Hausmütterchen am Herd",welches ohne Beruf und Karierre langsam verblödet-wie ich es mache,welche Entscheidung ich auch treffe-glücklich werde ich nie,weil ich als Frau es immer allen anderen Recht machen will,oder?Welche Rolle spiele ich heute(noch) in der Gesellschaft? was will ICH SELBST ? Sicher,alles interessante- aber keine neuen Fragen...und von zwei Frauen unterschiedlicher Generation-Mutter und Tochter-beleuchtet.Gescheiter macht es einen nicht,weil es DIE Lösung nicht gibt...Nette Klolektüre,oder zum Ausspannen am Liegestuhl...