Der fuenfte Elefant ist einer von den eher umfassenden Scheibenweltromane, in dennen der Humor und komische Szenen mit heiklen und etwa serioesen Themen sich einmischen. Die beliebtesten Waechter sind da- Kommandeur Mumm, Karotte, Angua, Detritus, Grinsi und das Colon/Nobby Paar- und Sir Pratchett fuehrt uns dismal auch in ihre Familienangelegenheiten.Mumm ist hier nicht nur der Kommandeur der Wache, sondern auch der Botschafter Ankh Morporks in Ueberwald, wo die Kroenung des Zwergenkoenigs stattfindet. Geholfen von Detritus und Grinsi muss er sich um politische und diplomatische Angelegenheiten in Ueberwald kuemmern, die viel komplizierter als seine Polizistarbeit sind. Denn als Polizist benutzt man Beweise und Gewalt, aber als Diplomat muss man die Kunst der Luegen und schoenen Woertern beherrschen.Aber das Hauptproblem auftaucht, wenn die uralte Steinsemmel, ein allerwichtigstes Symbol der Koenigswurde, gestohlen wird. Jetzt muss Mumm die Steinsemmel finden, indem er auch mit Feinden aus Ueberwald zu tun bekommt, denn nicht alle sind mit der wachsenden wirtschaftlichen Macht Ankh Morporks zufrieden und Mumm vertretet schliesslich diese einflussreiche Stadt in Ueberwald.Angua, Detritus und Grinsi sollen hier ihre Familienangelegenheiten oder die Vorurteile der Bewohner von Ueberwald konfrontieren. Waehrend der vielen Jahren des Lebens in Ankh Morpork haben sie sich neue, moderne Gewohnheiten angeeignet, die die etwa altmodische Menschen von Ueberwald fast fuer eine Beleidigung halten. Hier stellt Sir Pratchett die Konfrontation zwischen neu und alt, Wechsel und Stagnation meisterhaft dar. Durch Ankh Morporks geschaeftliche Interessen in Ueberwald zeigt uns der Roman noch einmal dass, keine Beziehung zwischen zwei Staaten uneigennuetzig ist.Der Roman macht auch lustig ueber die Menschen, die mit Macht nicht gewohnt sind, und vergessen wer sie eigentlich sind, wenn sie endlich ueber die stark gewunschte Macht verfuegen. Es passiert Fred Colon, der gar keine Eigenschaften eines Leiters hat, aber versucht trotzdem die Wache in Mumms Abwesenheit zu fuehren.Der fuenfte Elefant bringt eine spannende Handlung, ahmt Politik und Diplomatie grossartig scherzhaft nach, zeigt uns die Waechter in neue Situationen und alles in dem geheimnisvollen Dekor Ueberwalds. Ein sehr gutes Buch!
Für den neuen Leser:Terry Pratchett schreibt (zwar nicht nur aber meistens) über die Scheibenwelt, die seiner Fantasie entsprungen ist, aber doch irgendwie auf eine absurde und ironische Weise unserer eigenen Welt sehr ähnlich ist. Sein Universum ist bestückt mit skurrilen, wundervoll gezeichneten Charakteren. In seinem neuesten Buch "The fifth Elephant" geht es darum, dass im entlegenen und von Werwölfen, Vampiren und Zwergen bewohnten Uberwald ein Machtwechsel bevorsteht. Dies wollen die Wölfe dazu nutzen, einen Putsch anzuzetteln und die Macht zu ergreifen. Eventuelle Ähnlichkeiten der Werwölfe mit einer sog. Herrenrasse mit einer Vorliebe für Schäferhunde sind natürlich rein zufällig. Verhindern kann das ganze nur Mumm, der Herzog von Ankh-Morpork und ehemaliger Leiter der dortigen Stadtwache, der als unfreiwilliger Botschafter nach Uberwald geschickt wird. Es entsteht nun eine Aufeinanderfolge von kreischender Komik, Intrige, Mord, Totschlag und fliegenden Torten, die ihresgleichen sucht. Mein Tip für noch-nicht-Pratchett-Fans: werden Sie einer, sonst entgeht Ihnen was !Für den erfahrenen Scheibenwelt-Fan:Anguas Verwandte in Uberwald planen Böses. Mumm, seine Frau, und einige Mitglieder der Stadtwache werden als diplomatische Abordnung vom Patrizier dorthin geschickt. In Zusammenhang mit einem zwergischen Königsritual und einigen seltsamen Verbrechen entspinnt sich das übliche Chaos, das wir so lieben. Das neueste Werk von T.P. zeigt deutlich seine Weiterentwicklung in Richtung der reinen Satire, die immer dann besonders auffällt, wenn Mumm/Vimes im Mittelpunkt steht. Sehr lesenswert, aber das muss ich EUCH ja nicht erzählen.Noch ein Ratschlag für alle:Wer kann, sollte die Terry Pratchett Bücher im Original lesen. Der Mann spielt mit Worten und idiomatischen Wendungen wie einst Maradona mit dem Fussball. Die deutsche Übersetzung ist zwar sehr gelungen (T.P. steht ständig mit seinen Übersetzern in Kontakt und achtet sehr auf Qualität), aber wenn man die Wahl hat...