Das Buch beleuchtet aus vier verschiedenen Fachbereichen die Wechselwirkung von Körper und Geist/Seele. Viel zu lange war gerade in der Psychologie nur der Geist Mittelpunkt der Aufmerksamkeit, der Körper quasi nur ein Apparat, den es zu bedienen gilt. Doch hier wird aufgeräumt mit diesem Mythos und klar gestellt, in welchem Ausmaß sich sowohl Geist als auch Körper gegenseitig beeinflussen. Wichtige Erkenntnisse auch im Hinblick auf die Körperarbeit, sowohl im psychologischen als auch im sportlichen Bereich. Was führt dazu, dass der Körper Blockaden aufweist? Oftmals führen nicht nur körperliche Beeinträchtigen dazu, sondern auch seelische Ursachen. Diese Sichtweise eröffnet eine neue Herangehensweise in sämtlichen Bereichen. Auch, unseren Körper zu werschätzen.
Reden alleine reicht nicht! All unsere Erfahrungen des Lebens vom Mutterleib an sind in den Zellen und Erinnerungen des Körpers im Leibgedächnis gespeichert. Das nahezubringen und für die Arbeit in Therapie und Beratung zu erschließen, ist Ziel dieses Buches. Seit über 30 Jahren arbeite ich mit Paaren und dabei entsteht das Entscheidende in der Zwischenleiblichkeit. Wie also gestalten zwei Menschen ihre Interaktion und Kommunikation, so dass sie das, was sie sich erwünschen, bekommen oder auch nicht? An dieser Interaktion haben Worte nur einen sehr geringen Anteil. Denn das psychische Erleben hat immer einen Ausdruck im Körpergeschehen. Schnell nachvollziehbare Übungen aus der Forschung lassen die Leserinnen und Leser in die Selbsterfahrung kommen. Wie ist das, wenn ich einen Bleistift mit den Zähnen halten oder die Lippen darauf presse. Unterschiedliche Gesichtsmuskeln werden aktiviert und man kommt sofort in ein anderes Gefühl.Mit dieser Veröffentlichung bringen die vier Autor*innen die Bedeutung der Körperlichkeit des Menschen in den Blickpunkt der Arbeit mit dem Körper. Und das nicht nur in der Psychotherapie. So zeigt Benita Cantieni, wie eine Fehlhaltung, die bei ihr zu einer Skoliose geführt hat, durch eine Guthaltung umgebaut werden kann. Das ist möglich, solange ein Mensch nicht am Bewegungsapparat operiert ist, denn der ursprüngliche Bauplan bleibt hinter den hängenden Schultern, den blockierten Rippen, dem verschobenen Becken und den platten Füßen lebenslang erhalten. Er muss nur aus dem Gedächtnis geholt und reanimiert werden.Für die Arbeit mit Paaren hat Renate Lissy-Honegger (2015) ein Konzept auf der Grundlage des Embodiments entwickelt. Dieses fußt auf dem Bewegungskonzept von Rudolf Laban (1879-1985), der schon sehr früh auf den Zusammenhang zwischen äußerer und innerer Bewegung hingewiesen hat. Sie beschreibt nicht nur die Übungen, in der die Paare wesentliche Essentials für das Gelingen einer Beziehung erleben, sondern sie hat die Auswirkungen dieses Training ein Jahr nach dessen Kennenlernen auf seine Wirksamkeit mit Miteinander des Paares überprüft.Für mich als Paartherapeut ist ein Arbeiten ohne Einbeziehung des Leibes nicht vorstellbar. Diese Veröffentlichung macht Mut, im Beratungszimmer aufzustehen und in die Bewegung zu kommen. Das ermöglicht Ratsuchenden nicht nur Erkenntnisse, durch die sie durch Reden niemals gekommen wären, sondern kleine Übungen im Alltag, wie etwa die zum eigenen Stand, haben Einfluss auf das Wohlbefinden, auf die Lebenszufriedenheit und eröffnen Möglichkeiten des Gedeihens.Lissy-Honegger, R. (2015). Paare in Bewegung. Körperarbeit in der Partnerschule. Masterarbeit. Karl-Franzens-Universität Graz.Dr. Rudolf Sanders
Maja Storch kenne ich von Beziehungsratgebern und bin über Ihr Buch "Liebe machen" zu diesem Werk gelangt.Frau Storch beschreibt mit Ihren Autorenkollegen neuronale Zusammenhänge für Laien einfach zu erfassen. Ich komme aus dem wissenschaftlichen Bereich, kenne aber auch Esoteriker und Naturfreunde - alle haben irgendwo recht und dieses Werk fasst alle Bereiche nahtlos zusammen - so findet jeder einen Anknüpfungspunkt.Ich kann die Lektüre nur empfehlen!Für die nächste Ausgabe würde ich mir aber noch einen kleinen Ausflug in die Ernährungswissenschaft wünschen, denn auch wenn hier der geistige Input stimmt - ohne eine nervenheilende Ernährung stellen sich m.E.n. unmöglich auch Erfolge ein. Natürlich darf / soll man auch mal essen worauf man Lust hat - aber den Verlockungen der Lebensmittelindustrie widersteht es sich leichter wenn man den guten Geschmack und die positiven Folgen von guter Ernährung kennt. Haselnuss mit Zartbitter-Schokolade z.B. gibt es natürlich fertig - aber man kann das auch selbst daheim machen.