Das Tagebuch beschreibt nicht nur die historischen Tatasachen jener Zeit in London (Pest, Großbrand) sondern auch ein Kultur- und Sittenbild. Da es sich um ein geheimes Tagebuch handelt ist es demensprechend vergnüglich zu lesen.
Die Lieferung dauerte zwar relativ lange und wurde überdies mit der Deutschen Post versendet, die die Sendung bei Abwesenheit zum nächsten Postamt brachte (und nicht zum Nachbarn) und wo sie dann erst am nächsten Werktag nach 16:00 Uhr abgeholt werden konnte.Ansonsten war das schöne Buch vom Zustand her genau wie beschrieben und erwartet.
Ich habe dieses Tagebuch verschlungen. Da beschreibt einer, der vor fast 400 Jahren gelebt hat, seine Welt so farbig und so menschlich, dass man sich trotz der großen zeitlichen Distanz auf Anhieb einfühlen kann. Pepys ("Pieps" gesprochen) ist dabei von einer unglaublichen Ehrlichkeit, was sein Tagebuch umso spannender macht: Ungeniert berichtet er über alle seine Seitensprünge, seine Leidenschaften, Krankheiten, häuslichen Querelen und nicht zuletzt über seine Korruptheit im Amt (er verdient erhebliche Summen, indem er sich bestechen lässt und überschlägt seinen Finanzstatus jedes Jahr mit penibler Genauigkeit). Dadurch, dass das Buch ungemein menschlich ist und man den Menschen Pepys in all seinen Freuden, Leiden, Krankheiten, Interessen und Abneigungen so intim kennenlernt, verschwindet die zeitliche Distanz fast völlig, man begegnet dem Autor sozusagen von Mensch zu Mensch und ist verblüfft, wie sehr im Grunde die Lebensführung damals der heutigen ähnelt. Zusätzliche Highlights des Buches sind die Schilderung des Brandes von London und der großen Pest im Jahr davor.