Wer was über Arbeit lernen möchte, lese dieses Buch. Wer dieses Bucht gelesen hat, wird den Satz verstehen. Und der mache dann etwas aus seinem Leben.100% Empfehlung.
Mein erstes Buch von Bukowski. Habe bislang immer einen Bogen um ihn gemacht. Zu recht gilt er als versoffener Poet. Trinken und huren - diese beiden Dinge waren für ihn essentiell. Aber keinesfalls darf man Bukowski deswegen unterschätzen. Sein Schreibstil ist flott, es steckt viel Humor zwischen den Zeilen. Und sein Blick für die Gesellschaft, die Menschen und ihre großen und kleinen Fehler, ist beeindruckend scharf. In "Der Mann mit der Ledertasche" geht es im Grunde genommen um Bukowski selbst, dargestellt durch sein Henry Chinaski, sein literarisches Alter Ego. Chinaski schlägt sich bei der Post als Zusteller durch, er kündigt, nur um später doch wieder dort einzusteigen. Chinaski kämpft - im Job wie im Leben. Frauen kreuzen seinen Weg. Er begehrt, er verlässt sie - oder umgekehrt. Viel passiert nicht in dem Buch. Aber es passiert auch in den meisten Leben nicht viel. Von daher darf "Der Mann mit der Ledertasche" durchaus als Parabel für viele andere Existenzen gelten.Mir gefällt Bukowskis frecher, humorvoller, sarkastischer, manchmal auch bitterer Stil. Werde künftig noch mehr von ihm lesen.
"Es war kurz vor Weihnachten, und der Säufer, der ein Stückchen weiter oben am Berg wohnte und jedes Jahr dabei war, erzählte mir, dass sie so ziemlich jeden anstellten." So beginnt Charles Bukowskis großartige Hommage an den Briefträger, den Mann mit der Ledertasche. Heute ist Heiligabend, es regnet in Strömen wie in dem Buch, und ein sehr netter Mann mit der Ledertasche hat mir dieses Kleinod Bukowskischer Prosa per Prime Evening Express pünktlich als verspätetes Geschenk vorbeigebracht. Dafür Dank.Die Selbsterfahrungsberichte aus dem Alltag eines Aushilfsbriefträgers sind niederschmetternd, komisch, grotesk, eine soziale Anklage und dann wieder einfach nur Beat. Bukowski, was viele nicht wissen, ist ja auch ein großer Humanist, Menschenfreund und sensibel für die Fährnisse des kleinen Lebens gewesen. Ihn nur auf Saufen und Vögeln zu reduzieren (spielen natürlich auch eine Rolle;-)) griffe zu kurz. Mit diesem Frühwerk - noch wesentlich handzahmer als spätere Arbeiten und sehr zart unter rauer Schale - hat er sich vor Jahren in mein Herz geschlichen. Jetzt wollte ich das Buch einem Freund spontan zu Weihnachten schenken und habe mich dann vor dem Verpacken festgelesen. "Der Mann mit der Ledertasche" ist so frisch wie eh und je und hat nichts von seinem speziellen Charme verloren. Und mein Respekt vor Briefträgern ist definitiv gewachsen;-).