Nachdem ich den dritten Band verglichen mit den ersten beiden Büchern aus dieser sagen wir mal Stachelmann- Reihe nicht mehr ganz so prickeln fand, hatte ich bei diesem vierten Band hier eigentlich ein ganz gutes Gefühl. Immerhin sollte die Handlung ja wieder einen Bezug zum eigentlichen Kerngebiet (Konzentrationslager und im Speziellen das KZ Buchenwald) des Protagonisten Stachelmann haben.Ich will ja jetzt auch nicht schon alles verraten, aber so wirklich viel mit Konzentrationslager und Buchenwald im Speziellen hat die Handlung in diesem Buch nicht zu tun. Überhaupt fand ich die Handlung dieses Mal etwas schwerfällig, was sicher auch an den ständigen Rückblicken lag und das Ende leider auch nicht wirklich authentisch.Wie gesagt, ich will nicht schon alles vorwegnehmen, aber bis fast zum Schluss hatte der Hobbydetektiv Stachelmann eigentlich keinen Beweis bezüglich der Täterschaft, sondern nur haltlose Vermutungen. Dann entdeckt er rein zufällig eine Denkschrift mit dem Namen eines Historikers der wiederum eine Verbindung zu einem anderen Historiker hat und schon purzeln in Rekordschnelle sämtliche Dominosteine. Für mich leider nicht sehr authentisch, denn wenn ich das Gefühl habe verdächtig zu sein, dann lasse ich ganz sicher nicht Beweise ganz offen rumliegen. Darüber hinaus stellt sich mir dann auch die Frage, welche Rolle spielt eigentlich die Polizei. Alles nur Stümper und Dilettanten?Ein weiterer Punkt sind für mich auch die ständigen Rückblicke. Wenn man diesen Roman hier erstmalig liest, ohne vorher ein anderes Buch aus der sogenannten Stachelmann- Reihe gelesen zu haben, dann ist es wirklich gut. Wenn man allerdings schon drei Romane hinter sich hat, dann wirken diese ständigen Rückblicke und die immer wiederkehrenden Themen wie Stachelmanns berufliche Unzufriedenheit, seine Selbstzweifel, seine Krankheit, seine Bindungsängste und seine Beziehungsprobleme, wie eine Endlosschleife die immer und immer wieder durchgekaut wird.Zusammenfassend würde ich sage. Grundsätzlich kein schlechtes Buch, allerdings mit einem etwas zähen Beginn, mit einem nicht ganz so flüssigem Mittelteil (meine Bewegründe hatte ich ja aufgeführt) und einem abrupten Ende, welches für mein Empfinden leider nicht wirklich authentisch ist.
Ein Muss für Stachelmänner! Enorm spannend, beklemmend, man leidet mit! Sünden der Vergangenheit werden nicht durch Zeitablauf geheilt; im Gegenteil, sie brechen mit Wucht in die Gegenwart ein!Toll, wie es v.Ditfurth gelingt, die Verkleidungen der Lüge aller Beteiligten wie bei einer Zwiebel Stück für Stück abzuschälen. Was darunter zum Vorschein kommt, ist ebenso erbärmlich wie erschreckend. Denkt man als Leser an die eigenen Verkleidungen, muss einem bange werden. Denn was bleibt, wenn alles offenbar wird? Ditfurth ist gnadenlos und damit Stachelmann auch, und unerbittlich wird der Schlussstrich gezogen!Ich habe das Buch in einem Zug durchgelesen.
Für den Historiker Josef Maria Stachelmann könnte nun alles glatt laufen, seine auf die lange Bank geschobene Habilitation hat er nun endlich erfolgreich beendet, die Ernennung zum Professor steht vor der Tür und auch seine Beziehung mit Anna scheint gekittet. Doch dann fallen Schüsse auf dem Campus, ein Heckenschütze hat versucht Stachelmann zu ermorden. Nun ist nichts mehr wie es war und Stachelmanns Welt gerät völlig aus den Fugen, zumal es Indizien dafür gibt, dass der Schütze ihm wegen seiner Habilitationsschrift ans Leder will. Ditfurths Plot ist wohl durchdacht, schlüssig konstruiert und birgt auch Spannung, aber er macht viel zu wenig aus seiner guten Idee. Die als Charakterstudie angelegten depressiven Episoden Stachelmanns, seine Selbstzweifel und Ängste nehmen einen ungebührlich breiten Raum ein, ohne Tiefe zu gewinnen und berühren den Leser daher kaum, oft gewinnt man gar den Eindruck diesen oder jeden Satz schon dreimal zuvor gelesen zu haben. Ohne Zweifel der ist der vierte Fall Stachelmanns, sein bisher schwächster. Knappe 3 Punkte.