Wer würde sich nicht gerne auf ein Frühstücksei mit Moritz von Usalr treffen? Eine Mischung aus Cowboy, Gentleman und Intellektuellem hört man den Repekt für das Gegenüber heraus. Einer der geistvollsten, menschlichsten Feuilletonisten seiner Generation, mutet er dem Leser seine Sprache, seinen Witz zu und gibt ihm damit das Gefühl so subtil, so geistreich und witzig wie er selber zu sein.
Was wären die Berliner Promis ohne das Café Einstein Unter den Linden? Wenn sich Auto Moritz von Uslar mit einigen von ihnen auf ein Frühstücksei trifft, dann oft dort.Seit einigen Jahren erscheint in der "Zeit" die Kolumne, in der sich der Autor zum Frühstück mit einem Prominenten trifft. Der kann sich auch aussuchen, wo das Treffen stattfindet.Eine größere Sammlung mit Texten aus der Kolumne ist nun als Buch erschienen.Die Liste der Promitreffen ist lang. Sie reicht von Ulrich Wickert über Anne Will, Jakob Augstein, Hans-Ulrich Jörges, Jan Böhmermann, Joko Winterscheidt, Frank Plasberg, Peter Maffay, Jörg Thadeusz bis zu Stefan Niggemeier.So lang die Liste auch ist, so wenig Seiten hat aber das Buch. Denn jeder der Texte ist keine drei Seiten lang. Und das ist eigentlich auch das Problem. Als Kolumne funktioniert das vielleicht - im Buch wirkt das alles leider extrem oberflächlich.Moritz von Uslar schreibt nach den Frühstücken einen Bericht darüber. Was gab es zu essen, worüber wurde gesprochen, welchen Eindruck machte der Frühstückspartner? In vielen der Texte ist kein Platz, um irgendwie in die Tiefe zu gehen - auch wenn sie durchaus gut geschrieben sind. Sicherlich, Frühstück bedeutet Smalltalk, der macht vielleicht auch Spaß. Aber als Lesestoff ist das letztlich auch eher mau.
Ich hatte einige der Kolumnen in der Zeit gelesen und fand sie ganz unterhaltsam. Wenn man das dann aber in Buchform etwas aufmerksamer zu sich nimmt, ist man relativ schnell entsetzt, wie hohl, nichtssagend und oberflächlich die Gespräche von Uslar letztlich geführt werden. Es geht ihm mehr um Attitüde statt Substanz. Man hat das Gefühl, Uslar kommt sich bei all seinen Beschreibungen etwas zu lässig vor und ist zudem auch ein bisschen promigeil. Man erfährt leider viel zu wenig über die Menschen, die interviewt werden.