Ich habe das Buch noch nicht ganz fertig. Der Autor ist noch ein ganzes Stück weit weg von Santiago. Ich hatte Hape Kerkelings Buch gelesen und eine Bekannte von mir ist den WEg im vorigen Jahr gelaufen. Seitdem habe ich einige Reiseberichte darüber gelesen. Gute und schlechte.Dieser Reisebericht hier gefällt mir theoretisch gut - ABER...Er handelt von einem Engländer, der den Jacobsweg gehen will. Er kann nur seine eigene Sprache sprechen und scheint sich auch keinerlei Mühe gegeben zu haben, wenigstens einige Brocken Spanisch zu lernen. Da er keine Lust hatte, einen schweren Rucksack nach Santiago zu schleppen, mietete - oder kaufte? das war mir unklar geblieben - einen kleinen Esel ,der seine Sachen tragen sollte. Er taufte ihn auf den Namen Shinto.Bis dahin war das Buch witzig geschrieben und mir hätte es vielleicht auch sehr gefallen, wenn ich nicht Reiterin und langjährige Pferdehalterin wäre. Von ursprünglich sechs Punkten fiel es auf 2 Punkte ab.Ok, Pferde sind keine Esel, aber ich habe mich heute noch mal mit einem erfahren Esels- und Pferdemann unterhalten und er bestätigte mir, dass die Haltung von Eseln nicht viel anders ist als die von Pferden.Jedenfalls habe ich während des Buches fast immer den Kopf geschüttelt.Der Esel läuft tagelang mit einem Hufabzess rum - hinten - und der Autor scheint es kaum zu merken. Dabei sind Pferde und sicherlich auch Esel mit einem Hufabzess sehr oft stockelahm. Mit einem Esel mit Hufgeschwür läuft man nicht über die Pyrrenäen.. Das arme Tier.Eine Regendecke hätte das Tier nichts weiter belastet, denn diese Decken wiegen nicht viel, hätten ihn aber vor dem Dauerregen am Anfang der Reise geschützt. Esel sind viel empfindlicher gegen Nässe als Pferde.Aber das Tollste war, dass sich der Autor vorher wohl keine Gedanken gemacht hatte, wo sein Eselchen etwas zu fressen bekommen sollte. Mindestens zweimal stieg er in einem Refugio ab und fand keinen Platz, keine Wiese, wo das Tier fressen konnte. Stattdessen wurde es einmal mit Baguettebroten gefüttert, dann mit einer Portion Müsli und einmal - bis jetzt - mit einer Schüssel Geste gefüttert. Der Autor hatte schlicht keinen Dunst, wie gefährlich das für den Esel war. Auch Esel können Koliken und Hufrehen bekommen. Einmal band er ihn an einem Busch fest, der die Abendmahlzeit des Esels war. Und wenn der Busch giftig war?Ich dachte jedenfalls nicht selten empört: "Verdammt, dann wandere doch weiter, bis du ein Stück Wiese findest. Du hast schließlich ein Zelt dabei." Er hätte vermutlich auch Einheimische fragen können, wo es ein Plätzchen für seinen Esel gab. Schließlich kam er an Bauerhöfen vorbei. Aber dafür fehlten ihm halt die elementarsten Sprachkenntnisse.Zur Zeit bin ich in dem Buch am Rande der Meseta. Ich bin gespannt, ob das Eselchen heil in Santiago ankommt.Schadenfroh war ich , als der Autor über seine kaputten Hände berichtete. Die hatte er sich aufgerissen, als er den scheuenden Esel am Strick festhalten wollte. Ich dachte nur hämisch. "TJa, mein Junge. Man führt auch kein Pferd/Esel ohne Handschuhe. Was hast du erwartet?"Wie gesagt, für Pferde(Esel)unkundige Leser ist das Buch nett und lustig. Für pferdeerfahrene Leute wie mich ist es eher haarsträubend und auch ärgerlich.
...genau so ist der Jakobsweg.Das Buch ist der Hammer; ich selbst habe einen Engländer auf dem Jakobsweg kennen gelernt. Und muss zustimmen; ja - Engländer sind anders - aber nicht schlechter (als Deutsche). Ich habe auf meinem Jakobsweg die Gespräche mit "meinem" Engländer Joe sehr genossen und die Andersartigkeit seines Lebensstils. Aber das ist auch gut so. So konnte ich die Denke des Autors auch sehr gut nachvollziehen und finde seinen Bericht ein Sahneschnittchen an Ausführlichkeit und Lebendigkeit. Auch finde ich gut, dass er den Weg nicht glorifiziert, sondern so beschreibt wie er es eben fühlt. Der Autor ist sich eben treu und das ist gut so. Ich selbst kann dem Bericht nur 5 Sterne geben; erstens weil er super geschrieben ist, ich ihn voll nachvollziehen kann und es wirklich süchtig macht. Ich konnte gar nicht mehr aufhören zu lesen.Nach Hapes Buch der bisher beste Jakobsweg - Bericht.Der Jakobsweg aus der Sicht von 2 Eseln; tolle Lektüre ! Ein "Danke" an den Autor.MfG Michael Hofmann
Ein Mann, ein Esel, eine Geschichte.Anders als das Buch von H. Kerkeling geht es hier nicht um Erleuchtung sondern um die Frage: sind Esel wirklich so sturr? Was frißt ein Esel? Wie bekommt man einen Esel über ein Brücke? Wo lasse ich meinen Esel des nachts, wenn ich im Fegugio weinseelig schlummer? Diese und viele andere Probleme reisend mit einem vierbeinigen Freund (nach anfänglichem Haß & Entsetzen entwickelt sich tatsächlich eine Art Freundschaft) begegnen Tim Moore, der auf herzerfrischende Weise sein "Erleuchtung" und die des Esel schildert. Dabei lernt er auch noch eine Menge netter Leute kennen. Hundebesitzer kennen diesen Effekt. Erstklassiger britischer Humor, unbedingt lesen!