Harrer, einer dejenigen, der das Orginaltibet über Jahre noch erleben durfte, bevor dieses Tibet von China systematisch zerstört wurde, einschliesslich der unermesslichen Menschenopfer unter der tibetischen Bevölkerung. Harrer, der diese Fülle an Ereignissen und Erlebnissen während dieser Jahre nicht nur erlebte, sondern mit seinem Erlebnisbericht diese authentisch, unaufgeregt aber ungemein packend für uns niederschrieb und damit dem Vergessen entrissen hat. Weitere Bücher von Harrer über jene Zeit in Tibet ergänzen dieses Buch sehr aufschlussreich.
★★★★★
quem vocant Livingstone
13.03.2024
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Tibet: eine Handvoll von Büchern hat mich mit Tibet in Berührung gebracht: Hedin, Littledale, Bower, Chandler und Harrer, obwohl ich vieles über tibetische Sitten und Bräuche auch bei Knight und Dunmore erfuhr, welche die spezifisch ladakhische Form des Lamaismus beschrieben haben.Harrers Sieben Jahre in Tibet handelt im ersten Drittel von der abenteuerlichen Flucht aus Indien nach Tibet und dem folgenden, mehr als eineinhalb Jahre dauernden Treck nach Lhasa. Nur dürftig bekleidet und ausgerüstet durchquerten sie im Winter den Changtang und überstiegen den 6000m hohen Goring La, ehe sie am 15. Januar 1946 in der Hauptstadt eintrafen. Die Strapazen, welche die beiden durchmachten, erinnern stark an Ethertons Winterquerung des dschungarischen Beckens, doch auch Littledale oder Hedin wußten von den extremen Reisebedingungen auf den Changtang ein Lied zu singen, obwohl sie mit ihren großen Karawanen unter wesentlich komfortableren Bedingungen unterwegs gewesen waren.Die beiden folgenden Drittel des Buches schildern vor allem die traditionelle tibetische Kultur und das theokratische Staatswesen, wie es Harrer während seines fünfjährigen Aufenthaltes in Lhasa gründlich kennengelernt hat. Somit stellt dieses Werk das einzige Zeugnis über die exotische Kultur des alten Tibet unmittelbar vor seinem Untergang dar. Für die vorangehenden Jahrzehnte sind vor allem die Werke des großen Tibetologen Sir Charles Bell sowie die Berichte Hedins von Bedeutung.Das Tibet, welches uns in diesen Werken entgegentritt, ist zu Staub und Asche zerfallen wie die Welt des alten China, wie das alte Rußland, wie so viele Kulturen rund um den Globus, die dem Geist der Revolution zum Opfer fielen. Allein schon deshalb ist es absolut lesenswert.