"Die Nacht auf dem Rücken" ist der erste Band von vieren von Cortazars meisterhaften und unglaublichen Erzählungen. Er verwickelt den Leser in phantastische Geschichten, die genau in den Bereich zwischen glaubwürdiger Realität und Fiktion fallen. Die meisten seiner Erzählungen sind fesselnd und gleichen einem unausweichbaren Sog, in den der Leser unfreiwillig gezogen wird. Bei einigen jedoch, muss man sich sehr viel konzentrieren, um den Faden nicht zu verlieren und die Botschaft am Ende jeder Erzählung zu verstehen, die uns der Autor zu verstehen gibt. Cortázar besitzt die Fähigkeit ein Spinnennetz zu spinnen und Beschreibungen des alltäglichen Lebens in die winzigsten Details hinein zu schildern und dabei seine phantastische Ader aufleben zu lassen. Seine Geschichten sind nicht unglaubwürdig, sie sind einfach wie von einer anderen Welt, man kann sie mit der fiktiven Novelle "Das Durchdrehen der Schraube" von Henry James komparieren, jedoch würde nicht einmal dies Cortázars einzigartigen Erzählungen an Vergleichskraft gereichen. Sein Freund Mario Vargas LLosa schreibt im Vorwort, dass Cortázar seine Gedankengänge überall aufschrieb und darum immer Stift und Papier im Ärmel hatte, sobald ihm irgendein neuer Satz für seine Werke einfiel. Pablo Neruda sagt, dass man verloren wäre, wenn man diese Erzählungen nicht läse und es sich wie eine schleichende Krankheit auswirken würde.Ich möchte das Buch Lesern ans Herz legen, es ist ein Stück anspruchsvolle Literatur, ein harter Bissen sozusagen, doch wenn man seinen Gedankengängen aufmerksam folgt, kann man seinen Schlussfolgerungen nicht entgehen und ist fasziniert von seinem Einfallsreichtum.~Bücher-Liebhaberin~
Cortazar liebt es, den Leser in die Irre zu führen. Das Phantastische ist so fein verwoben mit den Schilderungen des Alltäglichen, das es Teil der Realität wird. Manche Geschichten wirken wie niedergeschriebene Tagträume eines jugendlichen Geistes mit erfrischender, kindlicher Unbeschwertheit. Dabei beeindruckt die Detailverliebtheit, mit der Szenerien, Charaktere und Situationen geschildert werden. Vergleichbares habe ich bisher nur bei Sartre gefunden (z. B. in Der Ekel). Ganz große Literatur.Viele der Geschichten spielen in Argentinien und gewähren, ganz nebenbei, überraschende Einblick in Lebensweise und Kultur des Landes.
Faszinierende Ideen, spannend erzählt. Jede Geschichte für sich fordert Zeit zum Nachdenken. Jede ist "irgendwie" unheimlich, surrealistsch, so dass ich sie über Tage verteilt gelesen habe.