Um meine Bewertung einsortieren zu können, sollte man Wissen, dass ich nicht etwa ein Intellektueller bin. Ich lese gerne, das ist wahr. Doch lese ich natürlich nicht nur anspruchsvolle, hoch qualitative, bildende Literatur, um die es sich beim Zauberberg zweifelsfrei handelt, sondern auch (und oft) Massenware: Ken Follet z.B. - oder zuletzt habe ich alle fünf Bände von "Games of Thrones - Das Lied von Eis und Feuer" gelesen....dies also Vorweg - ich bin ein "normaler" Leser: Ich lese zur Unterhaltung - nicht weil ich mir was beweisen will oder um Trophäen zu sammeln.Es dürfte jetzt also klar sein, dass sich meine vier von fünf Punkte sich nicht auf die Qualität des Buches (die ich niemals kritisieren würde) beziehen, sondern auf den subjektiven Unterhaltungswert.Zum Zauberberg: Das Buch ist z.T....etwas anstrengend...aber (und das hat mich fast überrascht) doch wieder gut zu lesen. Ich gebe zu, ich hatte ja gar nicht vor es zu lesen, wollte es gar nicht erst versuchen. Ich dachte es wäre ohnehin zu schwierig und es war auch wohl eher Zufall, dass ich dann doch damit angefangen habe (Das Buch "Die Buddenbrooks" von Thomas M. hat mich schon lange fasziniert, aber das - so dachte ich - ist ja auch etwas anderes).Und siehe da: Es hat mich getrieben immer weiter zu lesen! Es ist ja auch gar nicht so schwierig geschrieben, wie ich (warum auch immer) dachte....und die Ausdrucksweise ist - phänomenal. Es lässt sich nicht beschreiben, wie mich diese Sprache immer wieder in ihren Bann gezogen hat. Gänsehaut. Das ist es wohl auch was Weltliteratur ausmacht...so zu schreiben...das gibt es wahrscheinlich nur ganz, ganz selten - und unterscheidet dieses Buch ganz gehörig von einem normalen "Bestseller", wie man ihn sonst so kennt. Es lohnt sich also sich das einmal "anzutun" - ein Aha Erlebnis sondergleichen!Zu "kritisieren" - wenn so etwas überhaupt erlaubt ist bei einem Werk dieser Größe - also aus der Perspektive des Unterhaltungswertes für den "Durchschnittsleser" zu kritisieren, wären die etwas langatmigen Passagen, bei denen die Mentoren des Hauptcharakters ihre intellektuellen Streitigkeiten austragen. Das erreicht ein Niveau das mit guter Unterhaltung - auch mit "angenehmer" Fortbildung - nichts mehr zu tun hat. Diese hochgradig intellektuellen Diskussionen nachzuvollziehen, habe ich denn auch irgendwann aufgegeben. Die derart zu charakterisierenden, schwierigen Passagen umfassen in etwa 10 %- 15 % des Buches (also zusammen mit der einen oder anderen (für meine Begriffe) zu schwierigen Passage (in der Mitte geht es z.B. über ein paar Seiten ins Französische))Alles in allem: Sehr lohnenswert!