Nach den Ereignissen des Spiels "The Witcher 3: Wild Hunt" ziehen Hexer Geralt von Riva und sein Mündel Ciri durch Velen und erhalten den Auftrag, einer Striege in Novigrad den Garaus zu machen. Der vor Muskeln strotzenden Bestie sind schon einige Bürger zum Opfer gefallen, so dass keine Zeit zu verlieren ist. Auf dem Weg in die "freie" Stadt begegnet Ciri einer sprechenden Krähe, die prophetische Wort spricht und überraschend viel Einblick in die Situation zu haben scheint. Auch berichtet der erfahrene Hexer von seiner ersten Begegnung mit einer Striege, wie er sie schließlich von ihrem Fluch erlöste und damit eine Intrige am Hofe König Foltests beendete. Doch so ganz abgeschlossen war die Sache, wie man feststellen wird, wohl doch noch nicht."Fluch der Krähen" bezieht sich deutlich auf die erste Kurzgeschichte aus "Der letzte Wunsch" und ihre Wiederkehr im ersten Teil der "Witcher"-Trilogie. Natürlich ist die Verbindung, auf Grund der sich ergebenden Verflechtungen, nicht ganz unwichtig, aber hätte durchaus noch deutlicher und fester in der "Hexer"-Mythologie verankert werden können. Viele Andeutungen werden gemacht, nicht weiter verfolgt und schließlich musste auch irgendwie noch krampfhaft Yennefer in die Handlung eingebaut werden, was aber eher für weitere Verwirrung und vermutlich einige zusätzliche Seiten sorgt. Im Vergleich zu den vorangehenden Comic-Adaptionen ist diese Geschichte nicht nur deshalb die schwächste. Abrupte Tageswechsel, bei denen auf einmal andere "Hexer"-Aufträge abgehakt werden, die aber in keiner sonderlichen Beziehung zur eigentlichen Geschichte stehen, sorgen für zusätzliche erzählerische Inkonsistenz. Aber da sowieso Geralt und Ciri die Hauptattraktion sind, fällt das für Fans der Reihe sicher weniger ins Gewicht, denn die freuen sich vermutlich über jeden Krümel neuen Futters bezüglich ihrer beiden Lieblinge. Yennefers dezent uninspirierter Auftritt und der Rückgriff auf die alte "Striegen"-Kamelle könnten vermutlich ebenso noch als "nostalgisch" durchgehen. Eine tolle Erzählung sieht aber trotzdem anders aus. Sei es drum: Die Stimmung der Bücher und Spiele wird gut getroffen, was sicher nicht zuletzt auch Verdienst des Zeichners Piotr Kowalski ist, der den leicht expressionistischen Stil der Vorgänger durch wesentlich realistischere Bilder ablöst und den visuellen Schulterschluss zu "Wild Hunt" vollzieht.Wer einfach nur nach einem "Mehr" von Geralt und Ciri sucht, wird sicher halbwegs glücklich werden, aber wenn eine vernünftige, stri(ege)ngente (haha!) Story das Maß der Dinge sein sollte, ist dieser Band definitiv ungeeignet. Da ich mich zu ersterer Zielgruppe zähle, vergebe ich zwar die vier Sterne, aber im Grunde wären derer drei ebenfalls nicht unverdient gewesen.
Um das Trio komplett zu machen, musste ich mir natürlich auch diesen Comic-Band aus der Witcher-Reihe besorgen. Die beiden Vorgänger konnten mich vor allem mit einer gut erzählten Geschichte, weniger jedoch mit dem Zeichenstil des Künstlers überzeugen.Beim dritten Comic war diesmal ein neuer Zeichner am Werk, dessen Stil mir persönlich schon eher zusagt. Viele Elemente waren deutlich schärfer und farbenfroher dargestellt als noch zuvor in Band 1 und 2. Die Figuren, vor allem natürlich die Hauptcharaktere haben mir sehr gut gefallen.Die Geschichte nimmt diesmal sehr starken Bezug auf eines der möglichen Enden des Videospiels The Witcher III - Wild Hunt und wurde dazu noch maßgeblich vom Autorenteam von CD Projekt Red mitentwickelt. Beste Voraussetzungen also für eine großartige Story, noch dazu mit meinem favorisierten Spielende als Ausgangspunkt :-).Alles in allem wurden meine Erwartungen auch erfüllt. Einige der "Randgeschichten", die beispielsweise am Ende des 1. Kapitels häufiger vorkamen (mal schnell einen Werwolf zerlegt, in der nächsten Szene wird gebadet, dann eine Horde Nekker... bis hin zu einem Doppler) wurden allerdings dermaßen schnell abgehandelt, dass ich es eher als störend und unnötig empfand an der Stelle. Die Hauptgeschichte war jedoch, wie vom Autor und CD Projekt Red gewohnt, von hoher Qualität. Vor allem das Ende um den namensgebenden Fluch der Krähen hat mir gut gefallen.Sollte es noch einen weiteren Nachfolger geben, werde ich sicher wieder zuschlagen.