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k.A.
07.07.2026
ean-shopping.de
Der Wanderführer bietet interessante Informationen zur Alpenüberquerung, allerdings empfinde ich die Darstellung als etwas zu einsam und der Inhalt könnte für manche Wanderer zu wenig detailliert sein.
Die Autoren beschreiben eine Wanderroute über die Alpen, die in Garmisch-Partenkirchen in Bayern beginnt und in Brixen in Südtirol endet. Auch Alternativwege, Hüttenabstiege und Gipfelabstecher werden beschrieben. Die Aufmachung des Buchs entspricht dem was man von den Rother-Wanderführern gewohnt ist (kleine Karten, Höhenprofile, zutreffende Wegbeschreibungen, Farbfotos etc.).Ich habe diese Tour in 2 Etappen absolviert und fasse hier mal meine Eindrücke und Erfahrungen zusammen.Beginnen wir mit dem Wichtigsten, der Wegführung. Die ist ganz einfach nur großartig! Das Wettersteingebirge, die Mieminger Berge, die Stubaier Alpen und die Sarntaler Alpen werden durchwandert. Jeder Tag bringt neue, phantastische Eindrücke der Bergwelt, kein Tag ist langweilig.Die Wege sind durchweg gut gekennzeichnet und ein erfahrener, trittsicherer und schwindelfreier Bergwanderer sollte damit keinerlei Probleme haben. Gelegentlich gibt es einfache, kurze Klettersteigeinlagen oder z. T. recht steile Altschneefelder müssen gequert werden.Für die Berghütten ist die vorherige Reservierung leider eine absolute Notwendigkeit geworden. Ich habe das immer für die nächsten 2 bis 3 Übernachtungen getan. Mehr macht wegen der sich in den Bergen schnell ändernden Wetterlage meist nicht viel Sinn. Eine kleine Entschädigung dafür ist, dass die Hütten heute viel luxuriöser sind als früher. Es gibt viel mehr Betten anstelle von Matratzenlagern und warme Duschen sind heute eigentlich Standard. Eine Mitgliedschaft im Alpenverein spart 10 Euro pro Übernachtung und schon mit dieser Tour hat man den Jahresbeitrag wieder mehr als raus. Außerdem unterstützt man damit den Erhalt von Hütten und Wegen.Bei den Gehzeiten geben die Autoren nicht ihre eigenen Zeiten an, auch nicht die auf den Wegweisern aufgeführten, sondern berechnen diese nach einer Formel und halten fest (Seite 9): “Für die meisten Wanderer ergibt diese Berechnung einen guten Orientierungswert.” Dem möchte ich widersprechen. Ich habe nicht nur meine eigenen Zeiten gestoppt, sondern mich auch mit vielen anderen Wanderern unterhalten. Für die meisten sind die angegebenen Zeiten, insbesondere in den Stubaier und Sarntaler Alpen, zu kurz. Ich empfehle daher, sich an den auf den Wegweisern angegebenen Gehzeiten zu orientieren.Die Einteilung der Tagesetappen ist teilweise sehr ambitioniert. Für die Etappen 3, V 5.1, 7, 10 und 11 werden Gehzeiten von 7,5 bis 8,5 Stunden angegeben. Wohlgemerkt reine Gehzeit, ohne Pausen. Wenn man berücksichtigt, dass die meisten Wanderer etwa ein viertel länger brauchen, dann ergeben sich sehr lange Tagesetappen. Zu bedenken ist weiterhin, dass es in den Bergen am Nachmittag häufig zu Wärmegewittern kommt. Dann ist es schön, schon in der warmen, trockenen Hütte zu sitzen. Wer schon mal ein Gewitter im Gebirge mit Donner, Blitz, Hagel, Starkregen und Temperatursturz miterlebt hat, wird auf eine Wiederholung nicht gerade erpicht sein.Für drei Gruppen von Wanderern möchte ich daher eine andere Etappeneinteilung vorschlagen, nämlich für Genusswanderer, für die die Freude an der Natur im Vordergrund steht und nicht die sportliche Leistung, für Oldtimer, die merken, dass man trotz guter Wartung mit 60 Jahren nicht mehr so fit ist wie mit 30 Jahren und für Puristen, die Busfahrten im Tal (Etappen 5, 7 und 10) ablehnen und lieber auf Alternativrouten wandern. Ich gehöre allen drei Gruppen gleichzeitig an und so wurden für mich aus 12 Etappen mal eben 20. Na und? Ich habe diese Alpenüberquerung dafür aber an jedem einzelnen Tag genossen!1. Garmisch - Knorrhütte2. Knorrhütte - Coburger Hütte3. Coburger Hütte - Obsteig4. Obsteig - Rietz5. Rietz - Peter-Anich-Hütte6. Peter-Anich-Hütte - Zirmbachalm7. Zirmbachalm - Neue Pforzheimer Hütte8. Neue Pforzheimer Hütte - Alpengasthof Lüsens9. Alpengasthof Lüsens - Franz-Senn-Hütte10. Franz-Senn-Hütte - Ranalt (Gasthof Falbesoner)11. Ranalt (Gasthof Falbesoner) - Sulzenauhütte12. Sulzenauhütte - Mairspitze - Nürnberger Hütte13. Nürnberger Hütte - Bremer Hütte14. Bremer Hütte - Ital. Tribulaunhütte15. Ital. Tribulaunhütte - St. Anton16. St. Anton - Edelweißhütte - Rosskopfbahn Bergstation - Sterzing17. Sterzing - Penser Joch18. Penser Joch - Flaggerschartenhütte19. Flaggerschartenhütte - Radlseehütte20. Radlseehütte - BrixenWenn man ,so wie ich, die Wanderung allein und nicht in einer Gruppe macht, dann ist es leicht, Kontakte zu knüpfen. Auch dieses Mal wieder habe ich viele nette und interessante Menschen kennen gelernt. Das ist ein anderer, schöner Aspekt einer Weitwanderung, der meist unerwähnt bleibt.Die Tier- und Pflanzenwelt der Alpen ist ebenfalls interessant. An Tag 13 habe ich ein Rudel Steinböcke gesehen, an Tag 14 ein Rudel Gemsen. Murmeltiere habe ich an vielen Tagen pfeifen gehört und / oder gesehen. Bunte Blumenwiesen sind auf dieser Alpenüberquerung eher selten zu sehen. Für Hobbybotaniker sind die Dolomiten das bessere Ziel.Fazit: Andrea und Andreas Strauß gebührt großer Dank, diese Alpenüberquerung ausgekundschaftet und publiziert zu haben. Ihren Wanderführer empfehle ich uneingeschränkt zum Kauf und zur (kritischen) Lektüre. Man sollte ihn als Grundlage für eine den eigenen Fähigkeiten, Interessen und Bedürfnissen angepasste Planung ansehen. Nach ca. 200 km und 12.000 Höhenmetern hat man etwas erlebt, woran man sich noch lange und sehr gerne erinnern wird!
(Kurze Vorwort: ich hatte vor meiner Garmisch-Brixen Wanderung bereits 2 andere Alpenüberquerungen hinter mir gehabt - den E5 und Tegernsee-Sterzing)Am Anfang war ich komplett begeistert einen neuen Weg über die Alpen gefunden zu haben und da ich bis jetzt eigentlich immer gute Erfahrungen mit Rother Büchern gemacht hatte, habe ich mir diesen Wanderführer bestellt.Vor Ort ist aber meine Begeisterung ziemlich schnell spurlos verschwunden und in Unzufriedenheit überschlagen. Leider musste ich relativ zügig feststellen, dass die Zeit- und Schwierigkeitsangaben leider sehr wenig mit der Realität zu tun haben.Nur zwei Gründe, wieso ich das Buch auf keinen Fall weiterempfehle, sogar verantwortungslos und gefährlich finde:1.) Bei mehreren Etappen ist ~30% weniger Gehzeit beschrieben, als vor Ort auf Wandertafeln / wenn man in Hütten nachfragt.2.) Einige Tagesetappen, die im Buch als "rot" eingestuft sind, sind laut Hüttenmitarbeiter und Alpinverein (ruhig auf Internet nachgucken) deutlich "schwarz". Ich habe mir dieses Buch gekauft, da ich alleine unterwegs war und eine Wanderung ohne "schwarze" Strecken gesucht habe (... dumb ways to die... ) tja, wie ich festgestellt habe, doof.Nach mehreren Vertrauensbrüchen später muss ich leider sagen, dass das Buch weder für die Planung, noch vor Ort viel bringt, landete bei uns letztendlich in der Kamine.