Nach meinem ersten eigenen Alpencross 2017 (klassische Albrecht-Route) wollte ich 2019 eine Fahrradtour mit meiner 12jährigen Tochter durch die Alpen machen. Ziel: wenig Asphalt, kindertauglich, Lift-Unterstützung, wenig Straße, Abenteuer. Zur Planungsunterstützung habe ich dann auf dieses Buch zurückgegriffen und die Tour 10 herausgesucht: Von Innsbruck/Matrei an den Gardasee.Kurzfazit: war eine klasse Tour. Meine Kleine hat ordentlich was geleistet. Bin sehr beeindruckt.Für den Fall, dass jemand nachfahren möchte, hier noch ein paar Tipps:* Wir sind in Innsbruck gestartet und der Start bis nach Igls auf der Bundesstraße ist nicht kindertauglich. Wir haben überlebt aber es war kein schöner Start. Ab Igls war dann alles super.* Ich hätte das Kinder-MTB besser alpentauglich machen sollen: gute Pedale (mit Pins) und vernünftige Mäntel (mindestens 2.2, besser 2.4 Inch breit mit richtigem Profil, z.B. Nobby Nik) wären eigentlich Pflicht gewesen.* Ich dachte, die Abfahrten wären Entspannung und Spaß. Aber tatsächlich waren auch die Abfahrten sehr anstrengend. Mit dem Kinder-MTB und ohne Erfahrung wollte ich meine Tochter viele Abfahrten nicht fahren lassen und wir haben auch runter sehr viel geschoben.* Man sollte nichts erzwingen: ich wäre sehr gerne die Sella-Runde gefahren, aber wir haben die Strecke hier gekürzt, weil es für meine Tochter kein Spaß mehr gewesen wäre.* Wir hatten Hotels für die ganze Strecke vorgebucht. Das würde ich nicht noch einmal machen. In allen Etappen-Orten sollte man auch bei Ankunft bestimmt etwas finden.* Wir haben den Flying-Fox in St. Vigilio mitgenommen. War ein super Erlebnis.* Vom Gardasee kann man einen Shuttle-Service zurück nach Innsbruck nehmen (Kosten (2017/19): 60,-EUR pro Kopf und Fahrrad).* Wir sind mit Rucksack ohne Gepäcktransport gefahren. Der Rucksack von der Kleinen war 6kg schwer. Mehr sollte es wirklich nicht sein. Die meisten größeren Hotels haben einen Wäscheservice: direkt bei der Ankunft (idealerweise vor 17:00) nach Wäscheservice fragen (manchmal auch etwas betteln) und dann hat man spätestens am nächsten Morgen, meistens schon nach dem Abendessen, saubere Radklamotten.* Auch wenn ich die Tour mit meiner 12jährigen Tochter gerfahren bin: bitte die Touren nicht auf die leichte Schulter nehmen. Im Schnitt sind wir 700hm am Tag und 50km gefahren. Einige Etappen hatten über 1100hm und eine Etappe war (mit Gegenwind/-sturm und 40 Grad Hitze) sogar 90km lang. Es gibt nicht viele Erwachsene in meinem Freundeskreis, geschweige denn Kinder, denen ich die Tour zutrauen würde.Wer Fotos und Reisebericht sehen will: wessoleck.wordpress.com
Im Frühjahr hatten wir die Idee mit unseren Buben (9 und 10) über die Alpen zu fahren. Also haben wir nach passender Literatur gesucht. Die Bücher die wir hatten waren alle samt nicht für kleine Ersttäter geeignet. In dem Buch wurden wir schnell fündig und haben eine ganz leichte Route zum Gardasee genommen.Strecken und Höhenmeter technisch war die Tour leicht zu schaffen. Die Kinder wollen aber nächstes Jahr einen richtigen Alpencross machen, auf unserer Route ging es ihnen zu viel über Asphalt.Wieder zurück, habe ich nach anderen Routen in diesem Buch gesucht, habe aber bei allen feststellen müssen, das es immer fast ausschließlich über Asphalt (min75%) geht.Für nächstes Jahr werden wir wohl eine Tour aus einem Alpencross Buch von Achim Zahn nehmen. Wenn man dort eine leichte Tour nimmt und diese etwas anpasst sollte das gut gehen.Auch wenn die Kinder und auch wir den Asphaltanteil und die Nähe zu den "Hauptverkehrswegen" für zu groß halten, war das sicherlich die richtige Entscheidung mit einer dieser Touren anzufangen. Zweitages Touren hatten wir schon viele mit den Kindern gemacht aber noch keine Wochentour. Nun wissen wir, dass sie so eine Tour einfach wegstecken und können für nächstes Jahr eine etwas anspruchsvollere Tour planen.