"Ach wie süß", meinten die Erzieherinnen im Kindergarten unseres Sohnes, als ich ihnen "Gartenzwerg und Gänseblümchen" zeigte. "Ach wie süß", diesen Satz dürfen ja eigentlich nur Frauen sagen. Nun, ich bin ein Mann, und: Auch ich finde "Gartenzwerg und Gänseblümchen" - das Gartenbuch für kleine Gärtner aus dem Münchner Callwey Verlag süß - total süß. Allein schon wegen des Umschlags lohnt sich das Buch: zwei ringelbestrumpfte Kinderbeine in dunkelrosa Gummistiefeln mit zartrosa Blumen und lustigen grünen Fröschen. Das macht so richtig Lust, in diesem etwas anderen Gartenbuch zu schmökern.Gut, wir haben keinen Garten, aber kleine Blumentöpfe bunt bemalen und darin Sommerblumen pflanzen, das kann man auch mit einem Balkon. Oder einen größeren flachen Topf mit Erde und weißem Zierkies füllen und Kakteen hineinsetzen. Wenn der Sohnemann dann seine Spielzeugindianer und Cowboys hineinstellt, dann können deren Abenteuer mit jedem Winnetou-Film mithalten.Viele Dinge aus diesem wunderbaren Buch sind wirklich einfach zu machen, und sie erinnern mich dabei ein bisschen an meine eigene Kindheit: Blüten von Stiefmütterchen pressen, nach drei Wochen wieder aus der Blumenpresse oder Papas Lexikon rausholen und anschließend mit Klebstoff auf kleine Kärtchen kleben - fertig ist das Geschenketikett. Blumenketten aus Gänseblümchen (gut, das ist dann doch eher was für Mädchen), Kartoffeldruck, Kürbislaterne, allesamt einfache Ideen, die auch ohne geschicktes Gärtnerhändchen leicht umzusetzen sind und unserem Sohn ebensoviel Spaß machen wie mir. Und das ist für mich das Besondere an diesem Buch: Es stellt Pflanzvorschläge, Basteltipps und Gartenspiele vor, bei denen ich nicht gleich, "Ogottogott, das schaffe ich ja niemals" rufe diese aufgrund des enormen Zeit- und Materialaufwands auf den Sankt-Nimmerleins-Tag verschiebe; nein, jede Seite animiert mich dazu, mit unserem Sohn auf den Balkon, in den Luitpoldpark oder in den Baumarkt zu gehen und gemeinsam Blumen zu Pflanzen, Ketten zu basteln und die bunte Welt in der Natur zu entdecken
Ich bin selbst in einem Garten und mit kreativen Eltern aufgewachsen. Insoferne war dieses Buch für mich nicht der Bringer. Wer aber zB selbst ein Gartenneuling ist oder sich noch nicht viele Gedanken über Garten und Kinder gemacht hat, findet viele gut beschriebene Ideen mit wertvollen Umsetzungstipps. Es ist auch übersichtlich layoutiert. Ich habe das Buch zurück gesandt, weil ich die Anleitungen (wie Pflanzen pikieren geht, beispielsweise) nicht brauche, aber ich würde es an Jungeltern bzw. JunggärtnerInnen verschenken.