Um sich in einer Welt aus Zeichen orientieren zu können bietet uns Umberto Eco eine
"semiotische Brille" an. Umberto Eco (1932-2016) ist einer der wichtigsten Denker der
Gegenwart. In seinen Arbeiten als Philosoph Romanautor und öffentlicher Intellektueller setzte
er sich auf unterschiedliche Art und Weise mit den Regeln und Funktionsweisen der
Interpretation ihren Grenzen und Gefahren auseinander. Hierfür entwickelte er einen eigenen
semiotischen Ansatz der u.a. der Hermeneutik Luigi Pareysons und der Zeichentheorie von
Charles Sanders Peirce wesentliche Impulse verdankt. Auch wenn der Fokus erst auf der
Interpretation von Kunstwerken dann von literarischen Texten lag ging es Eco darum Semiotik
als allgemeine Kulturtheorie zu verstehen - denn alles was Kultur ist ist Zeichen. Oder mit
Ecos Worten: "Man stiftet Menschheit wenn man Gesellschaft stiftet aber man stiftet
Gesellschaft wenn man Zeichen austauscht."