Der Autor – Biologe, Hochschulprofessor und Lehrer – vollbringt das Kunststück, auf dem heutigen Stand wissenschaftlicher Forschung einen Bogen von der astronomischen Stellung der Erde innerhalb unseres Sonnensystems bis zu einem vertieften Verständnis des Lebens auf der Erde zu schlagen. Dabei bedient er sich einer Sprache, die auch für Leser:innen, die mit der wissenschaftlichen Terminologie der behandelten Themen nicht vertraut sind, auch bei hochkomplexen Sachverhalten verständlich und gut lesbar bleibt.Schad belegt anhand zahlreicher konkreter, oftmals verblüffender Beispiele, wie das Leben der Erde in seiner Gesamtheit ein lebendiger Organismus ist.Angesichts der brennenden ökologischen Fragen der Gegenwart (Klimawandel, Artensterben, Hunger und so weiter) ist eine der besonderen Qualitäten dieses Buches, dass es uns lehrt, zu staunen. Dieses Staunen wird beim Lesen immer mehr zu einem denkenden Verstehen des Lebendigen und das führtin der Konsequenz zur Ehrfurcht, ja Liebe zu diesem unfassbaren Wunder, auf und mit dem wir leben dürfen.Das ist keineswegs sentimental gemeint (und schon gar nicht geschrieben), sondern die vielleicht wichtigste Voraussetzung für unsere Bereitschaft als Menschheit, endlich Verantwortung für die Entwicklung der Erde und all ihrer Lebewesen zu übernehmen – wir leben schließlich im Anthropozän.Wer heute mit Kindern oder Jugendlichen zu tun hat, ganz gleich ob als Eltern, Erzieher:in oder Lehrer:in, findet hier Denk- und Forschungsansätze, die sich nicht in fatalistischer Resignation verlieren, sondern ein Verständnis für das Lebendige eröffnen. Also: Lesen und dann Verschenken ... und das gilt auch für Politiker, Unternehmer, Landwirte und Künstler!
Der Autor versteht es, komplexe wissenschaftliche Zusammenhänge verständlich und mitreißend darzustellen. Dabei greift er auf beeindruckende Beispiele aus der Tier- und Pflanzenwelt zurück, die uns die erstaunlichen Anpassungsfähigkeiten der Natur verdeutlichen. Man lernt nicht nur viel über die faszinierenden Lebensformen, sondern entwickelt auch ein tiefes Verständnis für die fragilen Ökosysteme, die uns umgeben.