★★★★★
Poldis Hörspielseite
06.05.2024
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Er erwacht an einem Strand, völlig ohne Erinnerung an seiner Vergangenheit. Auf der gegenüberliegenden Seite des Wassers ragen zwei Türme in die Höhe, die ihm seltsam vertraut vorkommen. Als er sich auf den Weg dorthin macht, begegnet er einem alten Mann, dem Wächter der Türme. Von ihm bekommt er den Namen Tim verleihen und wird ermutigt, ein Tagebuch zu schreiben, um sich langsam seiner Vergangenheit anzunähern. Doch seine Zeit am Fuße der Türme ist begrenzt…„Die Türme des Februar“ war lange Zeit vergriffen, nun ist eine Neuauflage des philosophischen Jugendbuches erschienen. Die Autorin Tonke Dragt hat dabei einen sehr interessanten Ansatz gewählt und den Roman in Form eines Tagebuches geschrieben, das scheinbar immer wieder kommentiert werden musste – weil Teile fehlen oder Passagen unleserlich geworden sind. Dadurch bekommt die Handlung einen ganz anderen Ausdruck als gewohnt, man kommt einerseits Tim und seiner Gedankenwelt sehr nahe, wird andererseits aber auch immer wieder aus der Handlung herausgerissen und muss sich seinen eigenen Reim auf die fehlenden Teile machen. Die mysteriöse Stimmung wird dadurch deutlich gesteigert, was durch den Gedächtnisverlust, aber auch die fremdartige und doch vertraute Welt sorgen für viele Geheimnisse. Es macht Spaß, die einzelnen Teile langsam zusammenwachsen zu sehen und dennoch immer etwas Unerklärliches zu behalten, was den Reiz des Weiterlesens entstehen lässt.Der Schreibstil ist eingängig, nahbar, glaubwürdig für die geschaffene Figur, wobei die Beschreibungen intensiv wirken. So konnte ich mich sehr gut in die Beschreibungen hineinversetzen. Ich mag auch, wie sich die Komplexität immer weiter aufbaut und man so allem gut folgen kann. Ich habe mich immer wieder gefreut, wieder ein paar Seiten lesen zu können und wieder in die Welt der beiden Türme des Februar zurückzukehren.„Die Türme des Februar“ ist kein klassischer Roman, sondern steht viele philosophische Fragen in einem vermeintlichen Jugendbuch, in dem sich aber auch Erwachsene verlieren können. Der Schreibstil und die mysteriösen Ereignisse wissen direkt zu fesseln und sind nahbar, was aber durch die Kommentare der Autorin immer wieder aufgebrochen und um weitere Ebenen ergänzt wird. Sehr lesenswert!