Der Band enthält 15 Einzelbeiträge, die sowohl ganz allgemeine Diagnostikfragen, als auch fachspezifische betreffen (Mathematik, Deutsch, Englisch, NaWi und Gesellschaftswissenschaften mit Schwerpunkt Geschichte). Die weiteren Beiträge betreffen Diagnostik von Motivation, Unterrichtsstörungen; L-R-Störungen, Intelligenz, Unterrichtsqualität und Wohlbefinden von Lehrkräften. In diesen spezifischen Beträgen findet sich z. T. anregende Hinweise für die Praxis im Unterricht. Insgesamt bleiben die Beiträge aber recht allgemein, abstrakt und praxisfern - manchmal auch etwas altbacken und doch weitgehend aus dem Elfenbeinturm der Psychologen und der Universität geschrieben. Fragen der schulischen Leistungsbeurteilung kommen eher indirekt zur Sprache. Den zweiten Teil des Titels finde ich daher etwas irreführend. Im Hintergrund geht es natürlich um die Fragen der Kompetenzdiagnostik, die aber in der Praxis noch wenig gelöst und auch in der Theorie nicht vollständig bewältigt sind. Was insgesamt zur Zeit an spannenden Reformen in den Schulen zu beiden Themenbereichen bezüglich unterrichtsnaher Leistungsbeurteilung und Diagnostik läuft, bildet sich kaum ab. Für Lehrer scheint mir das Buch daher nicht sonderlich handlungsanleitend zu sein, eher für Personen die schwerpunktmäßig mit Diagnostik beschäftigt sind. Vielleicht ist es also mehr für Studierende gedacht, die entsprechende Veranstaltungen besuchen müssen. Auffällig auch, dass ein Autorenverzeichnis fehlt. Das Buch kann ich nur begrenzt empfehlen.