Man muss weder Historiker noch Kölner sein, um diesem Buch über eine besondere Stadt – diesen Eindruck bekommt man unweigerlich – etwas abzugewinnen.Bei aller wissenschaftlichen Korrektheit gelingt es dem Autor zugleich, ein farbenfrohes Gemälde zu zeichnen, er lässt die Stadt dieser Zeit vor dem geistigen Auge des Lesers lebendig werden und ordnet zudem das Geschehen in größere Zusammenhänge ein. Die prachtvolle Bebilderung macht das Lesen endgültig zu einem Vergnügen. Dazu ermöglicht das umfangreiche Register, bestimmte Dinge schnell wieder nachzuschlagen. Auch wenn manches für historische Laien (wie mich) wohl im Dunkeln bleibt und ich beim Lesen nicht ganz ohne Nachschlagewerk auskam, wirkt das Geschilderte doch seltsam vertraut durch die Art der Darstellung, die Wahl des Sujets, die Detailfülle der einzelnen Bildausschnitte.Mit einem differenzierten Blick, der die Lebensbedingungen der einfachen Leute ebenso betrachtet wie die politischen Winkelzüge auf oberster Ebene, gelingt dem Autor die wohl liebevollste Schilderung der Geschichte Kölns im 18. Jahrhundert, die ein Historiker verfassen kann.