Der Ich Erzähler schildert authentisch sein Leben, bei dem es viele harte und grausame Erlebnisse gibt, die ihn dennoch nicht zerbrochen haben. Es hätte auch anders kommen können. Gott war schon immer da,das entdeckt er aber erst spät in seinem Leben.
Als 3 ½-Jähriger verliert Meck Walther seine Mutter. Da der Vater als Scherenschleifer tagsüber unterwegs und mit den Kindern überfordert ist, kommt Walther mit seinen Geschwistern ins Heim. Dort erlebt Walter psychische Gewalt. Er wird missbraucht. Mit sieben Jahren landet er als eines von ca. 100.000 Schweizer Verdingkindern auf einem Bauernhof. Dort lebt er wie ein Sklave. Er wird ausgebeutet und verprügelt. Einen Traktorunfall überlebt er nur um Haaresbreite…„VERDINGKIND“ ist keine leichte Kost, aber es ist eine Erzählung voller Hoffnung, weil sie vor Augen führt: Gott schreibt auch auf krummen Lebenslinien gerade, macht aus Mist Dünger oder wie Meck Walther selbst bilanziert: Menschen meinten es schlecht mit mir, Gott hat daraus Gutes werden lassen.Rüdiger Jope
Markus „Meck“ Walther wird nach dem Tod der Mutter von seinem Vater, der mit der Situation überfordert ist, in ein Kinderheim gegeben. Die Behörden bringen Meck in einer Pflegefamilie unter, als der Junge sieben Jahre alt ist. Doch er hat kein gutes Leben, wird von der Pflegefamilie ausgenutzt und gequält. Erst als er beinahe ums Leben kommt, wird er zurück ins Heim gebracht.Der Autor erzählt seine Geschichte, die erschreckend ist und unter die Haut geht. Dies ist nicht das erste Mal, dass ich über die Verdingkinder gelesen habe. Diese Kinder waren rechtlos. Sie wurden von der Schweizer Fürsorge als Verdingkinder in die Familien gegeben. Doch nicht alle hatten es gut, die meisten wurden ausgenutzt, misshandelt und missbraucht. Sie bekamen nicht genug zu essen und mussten häufig von Abfällen leben, dafür aber mussten sie schwer arbeiten. Diese Fremdunterbringung begann im 19. Jahrhundert und wurde bis weit ins 20. Jahrhundert so gehandhabt. Ähnliches gab es aber auch in Deutschland und Schweden. Besonders betroffen gemacht hat mich, dass diese schrecklichen Dinge noch so lange möglich waren und wie viele Kinder betroffen waren.Markus Walther lässt sich nicht unterkriegen. Aber es gibt auch Menschen, die es gut mit ihm meinen, wie der Lehrer, der ihn unterstützt. So gelingt es ihm, eine Ausbildung zu machen und beruflich erfolgreich zu werden. Doch fehlt etwas in seinem Leben und so findet er zu Gott.Manches war schwer auszuhalten und so musste ich das Buch des Öfteren aus der Hand legen. Trotzdem sollten diese Missstände nicht unter den Tisch gekehrt werden, sondern den Betroffenen, die ihr Leben lang mit dem Trauma fertig werden müssen, Hilfe gewährt werden.Es ist ein lesenswertes Buch, das betroffen macht.