Der Fotograf Hans Hartung (1904-1989) experimentierte schon früh mit dem fotografischen Medium. Später entwickelte er die „abstrakte Fotografie“, obwohl er diesen Begriff selbst nie verwendete. Das Museum für Gegenwartskunst in Siegen widmet nun diesem Künstler eine umfangreiche Ausstellung. Die Auswahl reicht dabei von Hartungs Frühwerk bis zu fünf großformatigen Bildern, die alle an einem Tag, zwei Monate vor seinem Tod, entstanden.Im Hirmer Verlag ist der Begleitkatalog zu dieser bemerkenswerten Ausstellung erschienen und er dokumentiert den Großteil der SW-Fotografien der Retrospektive. Dabei sind die Werke in verschiedene Themen unterteilt: „Vor 1945“, „Steine“, „Lichter“, „Selbstporträts“ oder „Bemalte Kieselsteine“. Es handelt sich meist um Silbergelatineabzüge, die eine erhöhte Abstraktion der Motive erlauben.Komplettiert wird der umfangreiche Bildteil durch zwei Essays (dt./frz.). Ines Rüttinger beleuchtet in „Hans Hartung und die Fotografie“ u.a. auch das gewaltige Archiv des Künstlers und betont, dass Hartungs Kunst eine Abstraktion des Realen ist. Der Text „Hans Hartung - eine unablässige Bilderfabrik“ (Foundation Hartung-Bergman) setzt sich dagegen mit Hartungs fotografischen Experimenten auseinander - und das unter dem Motto des Künstlers „Ich muss unbedingt immer alles fotografieren“. Der Anhang bringt schließlich neben der Liste der ausgestellten Werke auch eine tabellarische Kurzbiografie.