Die Publikation erscheint entsprechend dem Bauhaus-Motto "Die Funktion bestimmt das Design" in einer ungewöhnlichen Aufmachung: eine außen auf dem Buchrücken sichtbare offene Fadenheftung, ein zusätzlicher gelber Umschlag mit Titel und Verlagsnamen, der mit dem Bucheinband in Spiegelfolienoptik farblich wie auch textlich korrespondiert.Der Katalog begleitet die Ausstellung zum Anlass des 80. Gründungsjahres des New Bauhaus in Chicago im Jahre 1937. Die Ausstellung ist zugleich Wegbereiter und Hinführung für das große Bauhaus-Jubiläumsjahr 2019, in dem sich die Gründung des Bauhauses in Deutschland zum 100. Mal jährt. Dieses Jubiläumsjahr wird im kommenden Jahr in Weimar, Dessau und Berlin entsprechend gewürdigt werden.Die Ausstellung des Bauhaus-Archivs bzw. des Museums für Gestaltung in Berlin, die noch bis zum 5. März dieses Jahres andauert, beschäftigt sich mit den Bedingungen und Folgen der Gründung des New Bauhaus in Chicago, im Besonderen damit, wie die Fotoschule in den USA aufgenommen und weiterentwickelt wurde. Im Besonderen geht es auch um das Verhältnis der experimentellen zur planerisch/gestalterischen Fotografie.In den 70er Jahren begann man in Berlin, sich verstärkt mit der Bedeutung der beiden Schulen, der ehemals in Deutschland beheimateten wie auch der US-amerikanischen, zu beschäftigen.Die im Katalog dokumentierte Berliner Ausstellung New Bauhaus Chicago: Experiment Fotografie und Film beschreibt umfassend das fotografische und filmische Wirken der in den USA gegründeten Nachfolgeeinrichtung. Diese wurde als The New Bauhaus – American School of Design vier Jahre nach der Schließung des Berliner Bauhauses im Jahr 1933 eröffnet. Sie hatte allerdings nur ein Jahr bestand und wurde 1939 als School of Design wiedereröffnet. 1946 wurde ein eigener Fachbereich für Fotografie errichtet. The New Bauhaus verlor später seine Eigenständigkeit und ist heute Teil des Illionois Institute of Technology.Katalog und Ausstellung bieten eine Zusammenschau aus dokumentarischen Fotografien wie auch Berichten und künstlerischen Werkaufnahmen, z. B. von Lásló Moholy-Nagy, Sumner Fineberg, György Kepes, Arthur Siegel, Nathan Lerner, Harry Callahan, Aaron Siskind u. v. a. Berücksichtigung findet auch die experimentelle Fotografie der Bauhaus-Studenten in Chicago: Fotogramme, Lichtmodulationen (Lichtexperimente während des Belichtungsvorgangs), Mehrfachbelichtungen.Die Artikel und Abbildungen beschäftigen sich auch mit der Selbstdarstellung des Instituts und dessen ersten Direktor Moholy-Nagy. Zeitgenössische Werke runden die Darstellung ab, indem sie die Bedeutung des Bauhaus-Gedankens bis in die heutige Zeit hinein beleuchten.Der Katalog enthält wichtige Zeitdokumente und wird als Sammlung selbst zu einem solchen, das die Ergebnisse und Produkte der Berliner Ausstellung festhält. Der Katalog bietet einem enormen Erkenntnisgewinn und ist jedem zu empfehlen, der sich für die Arbeit des Bauhauses interessiert oder der ein allgemeines Interesse an Fotografie hat.Texte und bildliche Darstellung ergänzen sich gegenseitig und regen zu einer intensiven Lektüre an.Die Ausstellung im Bauhaus-Archiv Berlin lädt noch bis zum 5. März zu New Bauhaus Chicago ein.